Überschuss in drei der fünf Geschäftsfelder

„Stadtwerke“ machen Gewinn

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Das Badehaus ist das am stärksten beobachtete Geschäftsfeld der Kommunalen Betriebe Rödermark (KBR). Nach seiner Eröffnung 2006 hofften Politiker, mit satten Gewinnen den Haushalt zu sanieren. Jetzt ist KBR-Dezernent Jörg Rotter zufrieden, dass das Defizit von 1,1 Millionen auf knapp 860.000 Euro gesunken ist.  

Rödermark - Die Kommunalen Betriebe Rödermark (KBR) haben trotz erheblicher Investitionen knapp eine halbe Million Euro Gewinn gemacht und das Defizit im Badehaus reduziert. Das sind die wichtigsten Zahlen des Jahresabschlusses 2016. Der Blick nach vorn: Die Abwassergebühr wird mindestens bis 2020 nicht erhöht. Von Michael Löw 

Das Stadtparlament hatte die 2016er Bilanz der Kommunalen Betriebe ohne Diskussion durchgewinkt. Gestern erläuterten der für die KBR verantwortliche Erste Stadtrat Jörg Rotter und Betriebsleiterin Petra Henkel in der Magistratspressekonferenz Einzelheiten. Tenor: Positive Zahlen der „Stadtwerke“ haben es verdient, veröffentlicht zu werden. Die KBR machten 2016 rund 16 Millionen Euro Umsatz - so viel wie ein mittelständisches Unternehmen. Sie haben das Jahr mit einem Gewinn von 46.7 784,77 Euro abgeschlossen, erläuterte Rotter. Betriebsleiterin Henkel hob zwei weitere Zahlen hervor. Die KBR haben seit ihrer Gründung vor acht Jahren 20 Millionen Euro investiert und 8,1 Millionen Euro Schulden der früheren städtischen Eigenbetriebe abgebaut.

Das Badehaus ist nicht das wichtigste, aber das von Politik und Öffentlichkeit am kritischsten beäugte KBR-Geschäftsfeld. „Es ist ein Irrglaube, mit einem Schwimmbad Gewinn machen zu können“, bekannte Rotter einen Fehler vergangener Jahre. Das 2006 für rund 5,5 Millionen Euro runderneuerte Urberacher Hallenbad sollte mit dicken Überschüssen zur Sanierung der städtischen Finanzen beitragen - das hofften Politiker aller Fraktionen bei der Vorstellung des ersten Haushaltskonsolidierungsgesetzes.

Der Traum ist längst geplatzt. Für Rotter und die KBR-Leitung sind 857.000 Euro Verlust (557.000 Euro tragen die KBR, 300.000 Euro schießt die Stadt zu) ein Erfolg: Das Badehaus machte viele Jahre 1,1 Millionen Euro Miese. Zur Konsolidierung hat die Privatisierung der Sauna beigetragen. Seit Oktober 2015 sind die „Saunaritter“ Chef im Untergeschoss des Badehauses. Deren Geschäftsführer Michaela Butz-Strohmeier und Dr. Bernhard Strohmeier erwirtschaften eine schwarze Null, wo die Stadt rote Zahlen schrieb und zahlen Miete. Die Besucherzahl steige jährlich um fünf bis sechs Prozent. Absolute Zahlen nannten sie jedoch nicht. Die „Saunaritter“ setzen auf Topservice - unter ihren 20 Mitarbeitern sind drei Massageprofis -, und Themenabende. Ihr Silvesterschwitzen ist schon seit Wochen ausverkauft.

„Das gute Ergebnis stellt unseren Mitarbeitern ein gutes Zeugnis aus, und es macht deutlich, dass wir bei der Weiterentwicklung der KBR auf dem richtigen Weg sind“, weist Rotter auf die anderen Geschäftsfelder hin. Davon zeugten auch die erheblichen Investitionen, von denen alle Bürger profitierten. So wurden im Bereich Abwasser für rund 214.000 Euro Kanäle erneuert oder saniert. Modernisierungsmaßnahmen für die Kläranlage schlugen mit 270.000 Euro zu Buche. „Das ist gut angelegtes Geld. Damit machen wir unsere Anlagen fit für die Zukunft“, betonte Rotter. Die Gebühren sind im laufenden Jahr nach- und neukalkuliert worden. Ergebnis: Es wird sich nichts ändern (siehe Infokasten „Zahlen & Fakten“).

Bilder: Herbstmarkt in Rödermark

Im Geschäftsfeld Gebäudewirtschaft haben die KBR 2016 mit dem Bau einer Mensa an der Schule an den Linden begonnen, die in diesem Jahr eingeweiht wurde. Hier wurden der Zeitplan und das vorgesehene Budget von 1,7 Millionen Euro eingehalten - in Zeiten voll ausgelasteter Handwerker keine Selbstverständlichkeit.Die KBR planen auf dem ehemaligen Festplatz Ober-Roden eine rund 2,5 Millionen Euro teure Kita. Rotter würde mit dem Bau lieber heute als morgen anfangen. Doch weil das Projekt von Bund und Land bezuschusst wird, muss er warten. Sonst sind die Fördermittel weg.Sobald die Festplatz-Kita fertig ist, soll der alte „Motzenbruch“-Kindergarten so modernisiert werden, dass Platz für U3- und Regelgruppen entsteht. Außerdem will Rotter dort eine Wohnung für Tageseltern unterbringen.

Quelle: op-online.de

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