Steiger packt die Koffer

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Wolfgang Steiger.

Rödermark - Für Wolfgang Steiger heißt es Koffer packen. Der Wirtschaftsrat Deutschland der CDU hat den 44-jährigen Unternehmer aus Urberach als Generalsekretär in seinen Bundesvorstand berufen. Von Bernhard Pelka

Zum 1. Juli tritt er in Berlin in die Geschäftsführung des 1963 gegründeten Unternehmerverbands mit zurzeit 11 000 Mitgliedern ein, zum 1. November übernimmt er das Amt des Generalsekretärs. Er wird damit nicht nur Chef von 90 Mitarbeitern, sondern rückt zugleich automatisch in die Bundestagsfraktion der CDU/CSU auf. Wir sprachen mit Steiger, der als erster Rödermärker überhaupt schon einmal für die Union im Bundestag gesessen hat.

Sie stehen vor einem neuen Lebensabschnitt. Zugleich ist das ein maßgeblicher Einschnitt für die CDU im Kreis Offenbach. Schließlich sind Sie seit dem Jahr 2000 deren Vorsitzender und waren zuvor rund 25 Jahre an der Politik im Kreis Offenbach führend beteiligt. Haben Sie schon alles geregelt?

Noch nicht alles, aber vieles. Im Zukunftsforum Finanzplatz ist Dr. Hans Reckers, bis vor kurzem Vorstand der Deutschen Bundesbank, mein Nachfolger. Den Vorsitz des Wirtschaftsrates Hessen wird Prof. Hans Helmut Schetter, Vorstand im Baukonzern Bilfinger Berger AG ab Juli übernehmen. Auch die Kreis-CDU wird zum passenden Zeitpunkt einen guten Vorschlag für meine Nachfolge präsentieren können.

Sie gehen ausgerechnet zu einer Zeit, in der die Kreis-CDU einige Baustellen hat - zum Beispiel Rodgau und Dietzenbach. Haben Sie dabei ein schlechtes Gefühl?

Ich habe überhaupt kein schlechtes Gefühl. Zum einen ist die CDU im Kreis Offenbach einer der erfolgreichsten Kreisverbände überhaupt. In Rodgau habe ich die „Wiedervereinigung“ der Partei maßgeblich herbeigeführt und in Dietzenbach kann jemand seine parteiinterne Niederlage nicht verkraften. Die dortige CDU hat mit Stadtverordnetenvorsteherin Kornelia Butterweck eine sehr gute Kandidatin. Auch die Bürger in Dietzenbach sind klug genug, die Situation und die Chancen richtig zu bewerten und zu entscheiden.

Was werden Sie mit Ihren zwei Firmen machen?

Ich muss mich voll auf die großartige Aufgabe als Generalsekretär des Wirtschaftsrates Deutschland konzentrieren. Deshalb werde ich mich von sämtlichen Anteilen trennen. Einen Teil habe ich bereits verkauft, der andere Teil, die Unternehmensberatung ist verhandelt. Bis Mitte Juni wird auch hier der Verkauf notariell beurkundet sein.

Wo wird künftig Ihr erster Wohnsitz sein?

Mein Arbeitsplatz ist in Berlin, ich bin daneben für alle Landeshauptstädte und die Auslandsvertretungen Brüssel und New York zuständig. Aber natürlich hänge ich an meiner Heimat. Meine Familie bleibt hier. Deshalb bleibt Rödermark auch mein erster Wohnsitz.

Was schmerzt Sie am meisten bei diesem Neuanfang? Was lassen Sie am wenigsten gern zurück?

Die zunehmenden Zeiten, in denen ich von meiner Familie getrennt sein muss. Natürlich werden mir auch meine Freunde und Mitarbeiter bestimmt sehr fehlen.

Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe besonders?

Dass ich an der Schaltstelle des besten, effektivsten Netzwerkes in Deutschland arbeiten kann. Gerade in diesen Zeiten ist das eine großartige Herausforderung. Ich trage damit natürlich eine große Verantwortung und es beginnt für mich eine neue Form der Zusammenarbeit mit interessanten Persönlichkeiten in Deutschland, Europa und in der Welt.

Was machen Sie an Ihrem letzten Arbeitstag am 26. Juni in Rödermark?

Da bin ich sicher sehr melancholisch und zu nichts fähig. Wie ich mich kenne, werde ich abends ganz alleine über sieben tolle, aufregende, aber auch sehr erfolgreiche Jahre als Unternehmer nachdenken - natürlich bei einer guten Flasche vom deutschen Riesling.

Quelle: op-online.de

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