29 Sternsinger der Urberacher Gallus-Gemeinde

Kleine Könige helfen kleinen Arbeitern

+
Auch in der Apotheke Esser sangen und erzählten die Sternsinger der St. Gallus-Gemeinde von ihrem Weg aus dem Morgenland und wurden gebührend gewürdigt und mit einer Spende bedacht. 

Urberach - Schon vor dem Dreikönigstag machten sich die Sternsinger der St. Gallus-Gemeinde auf den Weg. Caspar, Melchior und Balthasar bringen seit gestern Gottes Segen in die Familien und sammeln Spenden für kirchliche Hilfsprojekte.

Pünktlich um 8.30 Uhr - und das an einem verregnet-grauen Ferientag - trafen sich gestern 29 Sternsinger und zehn Betreuer im Gemeindezentrum St. Gallus. Geduldig ließen sie sich Schicht über Schicht anziehen, einen Umhang umlegen und zu guter Letzt noch Turban oder Krone aufs Haupt drücken. Ebenso geduldig hörten sie zu, was ihnen Diakon Eberhard Utz an Benimmregeln mitteilte und wie er ihnen die vielen „Werkzeuge“ erklärte: Stern, Weihrauchfass samt Löffelchen, Flugblätter, Kreide, Aufkleber, ein Block für Notizen, die Notfallnummer des Diakons, eine Tasche mit Material und erstmals Armbänder mit dem Aufdruck „Respekt“.

Es ist das Leitthema für drei volle Tage Fußmärsche durch Urberach. Denn schließlich laufen Caspar, Melchior und Balthasar nicht um der Süßigkeiten willen durch Wind und Wetter, sondern sammeln Spenden für Kinder in Not. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Aktion beim Kampf gegen Kinderarbeit, allen voran in Indien.

1 600 Projekte weltweit werden mit dem gesammelten Geld vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, dem Bund der Deutschen katholischen Jugend und den Pfarrgemeinden unterstützt. Zum Dank für Spenden bringen die kleinen Könige den Segen in die Häuser: „20+C+M+B+18“, mit Kreide oder mit vorgedruckten Aufklebern. Beides wird meist von den Begleitern angebracht, denn nur sie reichen bis zum Türrahmen hoch.

Viele Anmeldungen gibt’s in Urberach, und so mancher, der’s vergessen hat, spricht die Gruppen noch an diesem ersten Tag auf der Straße an. Die Familie Wagner bittet darum, in die Elbestraße 3 zu kommen. Gerne werden solche Wünsche notiert, auch wenn die Pläne für die Bezirke schon straßenweise ausgedruckt worden sind. Eigentlich sollte ohnehin jedes Haus erreicht werden – das zumindest ist die Hoffnung der Urberacher Gallus-Gemeinde, die als erstes ihre Sternsinger durch die Straßen schickt, um allen Bürgern den Segen zu bringen.

Gallus-Sternsinger ziehen durch Urberach: Bilder

Ob dies gelingt, wird vom Wetter anhängen. Zum Start war’s noch angenehm mild und nieselte nur leicht. Doch die Kinder sind am ersten Tag ohnehin durch nichts zu erschüttern, freuen sich auf ihr warmes Essen mittags und haben vor, trotz Dauerregen bis nach 17 Uhr unterwegs zu sein – eine arge Herausforderung für teilweise noch ganz kleine Beine wie etwa die der fünfjährigen Emma. Sie läuft gemeinsam mit Shaya (9), Anja (10) und Theo (8) in der Gruppe von Yannick Gaeckle und muss auch mal vor einer Haustür ihren Stiefel geleert bekommen, weil irgend ein Steinchen drückt. Kein Problem für den geduldigen und stets fröhlichen Gruppenleiter, der auch zum gefühlt 50. Mal die vom Wind herabgewehte Krone aufhebt und auf einen kleinen Kopf drückt.

Bis morgen Nachmittag wollen sie so viele Häuser und Wohnungen wie möglich besucht haben, die 29 Kinder, die schon beim Start im Gemeindezentrum den ersten Ausfall durch plötzliche Übelkeit hatten – Spontaneität ist alles bei dieser Aufgabe. Danach werden die Süßigkeiten aufgeteilt und die Spenden ausgezählt, ehe es am Sonntag zum feierlichen Dankgottesdienst in die Galluskirche geht. Schließlich bringen die Sternsinger den Menschen in der eigenen Gemeinde den Segen Gottes und sind ein Segen für die vielen Kinder, für die sie sich auf den Weg machen.

Die Sternsinger sind in Urberach und in Ober-Roden am heutigen Freitag ebenso wie am morgigen Samstag noch unterwegs. (chz)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare