Steter Kampf: Idylle gegen Regen

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Auf der kleinen adventlich geschmückten Bühne am Häfnerplatz sang der Rejoice-Chor schwungvolle adventliche Lieder.

Urberach (chz) ‐ Nasse Füße morgens beim Aufbau, angenehm trockene letzte Vorbereitungen am Nachmittag, und pünktlich zum Start des Nikolausmarktes ein unangenehmer Nieselregen, der wohl doch einige Leute zuhause im trockenen Wohnzimmer hat verweilen lassen.

Diese Reihenfolge beherrschte den Urberacher Nikolausmarkt am Samstagnachmittag. Und auch gestern war Petrus nicht unbedingt ein Fan der runderneuerten Traditionsveranstaltung.

Das nieselige Wetter sorgte immerhin dafür, dass unter den Zelten und Schirmen der Stände mit wärmendem Glühwein und duftendem Punsch ein dichtes Gedränge und sehr gesellige Enge herrschten. Vor der Kirche St. Gallus scharten sich Messdiener und Pfadfinder an den wärmenden Feuerstellen, und viele Besucher nutzten das Pfadfinderzelt zum Verköstigen und Verweilen.

In ihren Nikolausmützen gut verpackt, zogen die Tänzerinnen der gerade erst wieder erfolgreichen KSV-Formation „extreme“ über den Markt und verkauften selbstgebackene Plätzchen zugunsten neuer Ausrüstung. Auch die zahlreichen Nikoläuse - die in Urberach dem Zeitgeist entsprechend jetzt Santa Claus heißen - schlüpften tief in ihre Mäntel und Umhänge, wenn sie ihre Runden über den idyllisch beleuchteten Häfnerplatz zogen.

Das neue Marktleiter-Gespann - Andreas Prohofsky, der Nachfolger von Ruheständler Peter Müller, sowie der Gewerbevereinsvorsitzende Manfred Rädlein - rückte ebenfalls die kleine Bühne am Häfnerplatz ins Zentrum. Dort eröffneten Prohofsky und Rädlein, assistiert von Bürgermeister Roland Kern und Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht, den Markt.

Musikalisch lockten der Rejoice-Chor unter der Leitung von Peter Krausch sowie der Posaunenchor der Urberacher Petrusgemeinde mit seinem Dirigenten Michael Hitzel die Menschen zur Bühne und zum Wünschebaum. Der war vom Ober-Röder „Dinjer-Hof“ gekommen und am Freitag schon von Urberacher Hortkindern mit ihren Wünschen behängt worden, die am Sonntagabend von Rödermärker Politikern vorgelesen wurden.

Santa Claus fährt im Pferdewagen vor

Während die Erwachsenen gestern und am Samstag in 38 Geschäften, Buden und Ständen rund um Häfnerplatz und Gallus-Kirche nach Geschenken stöbern konnten, gab‘s in der Kelterscheune ein buntes Kinderprogramm mit Weihnachtsfilm und Basteln - organisiert vom Kinderschutzbund. Begleitet von Engeln und Wichteln, fuhr Santa Claus mit dem Pferdewagen auf dem Häfnerplatz vor und bescherte die Kinder im Auftrag ihrer Eltern.

Ein amerikanischer Santa Claus ausgerechnet am Nikolaustag in Urberach? Es klingt gewöhnungsbedürftig und widerspricht vielen Traditionen, doch der neue Marktleiter Andreas Prohofsky begründete die Entscheidung: „Wir haben uns ganz bewusst für den Namen Santa Claus entschieden, weil es wesentlich weltoffener und moderner klingt und den Kindern längst ein Begriff ist.“ Und Manfred Rädlein ergänzte: „Die Bezeichnung ist international und zeugt von Integration, die Kinder mögen das - deshalb nennt ihn die Welt heute Santa Claus!“ Na, da kann Orwisch ja schlecht außen vor bleiben.

Quelle: op-online.de

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