Stichwahl ist Genserts Minimalziel

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Da geht‘s lang: FDP-Kandidat Hans Gensert stellte sich gestern schon mal vorm Ober-Röder Rathaus in Positur.

Rödermark ‐ Ein „politischer Manager“ soll 2011 Rödermarks erster FDP-Bürgermeister werden, zumindest aber die Stichwahl erreichen. Die FDP-Spitze gab ihrem Kandidaten Hans Gensert (45) ehrgeizige Ziele mit auf dem Weg. Von Michael Löw

Gestern stellten Parteivize Oliver Remy sowie die Stadtverordneten Manfred Rädlein, der bei der Bürgermeisterwahl 2005 auf 6,5 Prozent kam, und Tobias Kruger den ihrer Ansicht nach aussichtsreichsten Herausforderer von Amtsinhaber Roland Kern vor. Kern sei vor allem Politiker, CDU-Bewerber Norbert Rink in erster Linie Manager. Gensert hingegen vereine Beides auf sich. Politisch ist der frühere CDU-Mann seit 2000 in der FDP aktiv, unmittelbar nach seinem Parteieintritt übernahm er den Fraktionsvorsitz. 2003 trat Gensert nach einem Bandscheibenvorfall kürzer, seit 2007 steht er wieder an der Spitze der FDP-Fraktion, und seit vorigem Jahr ist er auch Parteivorsitzender. Rädlein gab dieses Amt ab, nachdem er zum Vorsitzenden des Gewerbevereins gewählt wurde.

1982, gerade mal 18 Jahre jung, wurde Gensert Chef des Hotels „Odenwaldblick“ auf der Bulau. Er baute den Familienbetrieb zu einem Unternehmen mit 43 Betten und 15 Mitarbeitern aus. Auch der Beruf, so seine Parteifreunde, unterscheide Gensert von Rink: Der habe in seinem Job als städtischer Wirtschaftsförderer meist mit den „Großen“ zu tun, Gensert kenne die Wünsche, Sorgen und Nöte der „Kleinen und Mittleren“.

Privatisierung des Badehauses vorantreiben

Hans Gensert will mit einer Reihe von Themen auch bei jenen Wählern punkten, die ihr Kreuzlein nicht bei der FDP machen. An erster Stelle nannte er die Neuausrichtung des IC Rödermark: Städtische Wirtschaftsförderung müsse sich verstärkt dem Erhalt von Arbeitsplätzen vor Ort und der Pflege alteingesessener Unternehmen widmen. Das mache mehr Sinn, als in Krisenzeiten neuen Firmen hinterherzujagen. Trotz Konkurrenz bei der Bürgermeisterwahl ist Rink für Gensert der richtige Mann auf diesem Posten.

Ein Bürgermeister Hans Gensert werde die Privatisierung des Badehauses energisch vorantreiben. Ein städtischer Zuschuss von 400.000 Euro im Jahr soll einem neuen Betreiber das Vereins- und Schulschwimmen versüßen.

Ein privates Gymnasium auf dem neuen Gelände der Berufsakademie wäre für den FDP-Kandidaten eine ideale Ergänzung zu Nell-Breuning-Schule. Außerdem will er „Tabuthemen ansprechen, die in der Koalition mit der CDU nicht möglich waren“. Als Beispiele nannte Gensert einkommensbezogene Kindergartengebühren oder eine Straffung des von den bisherigen Bürgermeistern Alfons Maurer und Roland Kern gehätschelten Kulturhallenprogramms.

Zehn Kandidaten seit der Premiere

Roland Kern (AL), Norbert Rink (CDU), Stefan Junge (SPD) und Hans Gensert (FDP) sind die Kandidaten für die vierte Bürgermeister-Direktwahl in Rödermark. Wer vor diesem Quartett schon Ambitionen auf den Chefsessel der Verwaltung hatte, zeigt unser Überblick:

  • 1993: Alfons Maurer (CDU, 51,1 Prozent), Roland Kern (AL, 24,1 Prozent), Cornelia Diekmann (SPD, 19,3 Prozent), Wolfgang Bieneck (FDP, 5,6 Prozent). Wahlbeteiligung: 61,4 Prozent
  • 1999: Alfons Maurer (CDU, 62,5 Prozent), Roland Kern (AL, 24,2 Prozent), Norbert Schultheis (SPD, 13,3 Prozent). Wahlbeteiligung: 49,8 Prozent.
  • 2005: Alexander Sturm (CDU, 48,6 Prozent), Roland Kern (AL, 44,9 Prozent), Manfred Rädlein (FDP, 6,5 Prozent), Wahlbeteiligung: 51,1 Prozent. In der Stichwahl (Beteiligung: 54, 1 Prozent) setzte sich Roland Kern mit 51,2 Prozent gegen Alexander Sturm (48,8 Prozent) durch. lö

Quelle: op-online.de

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