Kreppel gebacken und mit Wahlaufruf gezuckert

Vor Stichwahl: Bäckermeister statt Bürgermeister

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Die Bürgermeisterkandidaten Carsten Helfmann und Roland Kern gingen in der Ober-Röder Traditionsbäckerei Schrod unter die Kreppelbäcker. Chef Bob Schrod stellte beiden ein gutes Arbeitszeugnis aus: Sie hätten seine Anweisungen brav umgesetzt, bei Personalengpässen werde er sie abwechselnd nachts anrufen. Unsere Zeitung hatte Kern und Helfmann um eine Backprobe gebeten.  

Ober-Roden - Süße und kalorienträchtige Wahlwerbung betrieben die Bürgermeisterkandidaten Roland Kern (AL) und Carsten Helfmann (CDU) vor der Stichwahl. Helfmann hat in den vergangenen Wochen schon 2 000 Kreppel an potenzielle Stimmengeber verteilt. Von Michael Löw 

Doch gekaufte Kreppel unters Volk bringen kann jeder. Die OFFENBACH-POST bat die beiden in die Backstube von Bob Schrod, wo sie ihre Handwerkskunst unter Beweis stellten. Das Ergebnis: mehr als lecker!Amtsinhaber Roland Kern und Herausforderer Carsten Helfmann haben im Bürgermeisterwahlkampf schon gegeneinander Suppe gekocht. Für unsere Zeitung sollten sie jetzt zeigen, dass sie auch gemeinsam etwas Schmackhaftes zustande bringen. Der Ober-Röder Bäckermeister Bob Schrod hat den Kandidaten von AL und CDU eine Portion „Bruch“ vorgesetzt. So heißt unter Fachleuten der Ansatz aus Mehl, Hefe, Zucker, Salz, Backmargarine und Milch, der zwei Mal 30 Kreppel ergibt.

Obwohl Schrod schon seit halb vier nachts gearbeitet hatte, legte er für unsere Aktion eine Sonderschicht ein. Die durften auch die Bürgermeisterkandidaten einlegen, während der „Bruch“ gärte. Vors Kreppelbacken hatte Bob Schrod nämlich noch das Brezelfalten gesetzt: „Nur druff gedrückt, der beißt ned!“, forderte er Carsten Helfmann und Roland Kern auf, als die den Teig ziemlich zögerlich in Form brachten. Der schnalzte immer wieder zurück - als wolle er zeigen, dass das Bäckerhandwerk ein anspruchsvoller Beruf ist.

Halt, da fehlt doch noch ein „E“: Die Bürgermeisterkandidaten Roland Kern und Carsten Helfmann bestäubten unter der Anleitung von Bob Schrod (links) Kreppel mit dem Aufruf „Wählen gehn“, aus dem dann doch noch grammatikalisch korrekt „Wählen gehen“ wurde.

Deshalb hatte Schrod auch den Kreppelteig vorbereitet und die ersten 30 Rohlinge mit gekonntem Schwung vom Blech auf einen Gitterrost gedreht. Den senkten seine Helfer mit einer gehörigen Portion Respekt ins 180 Grad heiße Fett, wendeten ihn zwei Mal und parkten 30 goldbraune Kreppel zum Abkühlen. Drei Minuten reichten, dann ging’s ans Zuckern. „Wählen gehen!“ stäubten Kern und Helfmann über einen Teil ihres Werkes, den Rest wendeten sie im Zucker. Kundin Britta Ruppel und Martin Hanstein, der die Bäckerei Schrod mit Eiern beliefert, waren die ersten Testesser. „Super zart, so müssen Kreppel sein“, lobte Britta Ruppel den Kreppel mit dem „E“. Hanstein meinte nur: „Bob, die kannste einstellen!“

„Ich habe wie jeden Tag etwas dazu gelernt“, pflichtete Carsten Helfmann bei. Und Roland Kern brachte die Meinung aller Beteiligten mit sieben Worten auf den Punkt: „Es hat gefallen, und es hat geschmeckt.“

Bürgermeisterkandidaten backen Kreppel: Bilder

Natürlich war auch der Ober-Röder Bäckermeister hochzufrieden: „Sie haben meine Anweisungen angenommen wie ich es mir vorgestellt habe - Bäckermeister statt Bürgermeister!“ Vielleicht ruft er Carsten Helfmann oder Roland Kern ja demnächst mal nachts an, wenn einer seiner Bäcker ausfällt. Zwischen 3.30 und 7.30 Uhr passiert sowohl im Eppertshäuser als auch in den Rödermärker Rathäusern nicht viel.

Allen beteiligten Laien nahmen etwas Bleibendes von unserer Kreppelaktion mit. „Das Parfum kriegt ihr nirgendwo sonst“, verabschiedete Bob Schrod die Bürgermeisterkandidaten und den Lokalredakteur, die mit einem diskreten Fettgeruch zurück an die gewohnte Arbeit gingen. Und hoffen, dass die Werbe-Kreppel ihren Teil dazu beitragen, dass am Sonntag mindestens wieder jeder zweite Rödermärker zur Wahl geht. Besser noch wäre eine Beteiligung von 53,7 Prozent wie beim ersten Durchgang am 5. Februar.

Quelle: op-online.de

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