Strafzettel im Niemandsland?

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So ähnlich sieht es auch in Urberach rund um den Kindergarten aus - sehr zum Ärger des einen oder anderen Anwohners.

Urberach (lö) ‐ Das „Taxi Mama“, das Kinder bequem an die Tür der Tagesstätte transportiert, sorgt in der Liebigstraße einmal mehr für Verdruss. „Die Einfahrten unserer Garagen sind ständig zugeparkt“, klagt Hugo Brösch aus der Rudolf-Diesel-Straße über rücksichtslose Eltern - Mütter wie Väter gleichermaßen übrigens.

„Das dauert nur eine Minute“, bekommen Hugo Brösch und seine sechs Nachbarn immer zu hören, wenn sie mal wieder nicht aus ihren Garagen fahren können. Die gehören zur Rudolf-Diesel-Straße, haben ihre Tore aber zur Liebigstraße hin. Gleich nebenan befindet sich ein großer städtischer Kindergarten.

Besonders schlimm ist die Parkerei für die Anwohner zu den Bring- und Abholzeiten, also morgens zwischen 7.30 und 9 Uhr, mittags gegen 12.30 Uhr und zwischen 16 und 17 Uhr.

Spricht Brösch einen der Falschparker an, ist von schlechtem Gewissen oder Unrechtsbewusstsein nichts zu spüren. „Ich halte hier, weil‘s für mein Kind am sichersten ist“, lautet eine der eher harmloseren Ausreden. Andere Mütter kündigen gleich an, dass sie ihr Auto morgen wieder vor die Garagen stellen. Und die Fahrerin eines Dienstwagens mit Gießener Nummernschild ließ sich von der angedrohten Anzeige kein bisschen beeindrucken: Sie sei Anwältin und wisse sich schon zu wehren.

Hugo Brösch und seine Nachbarn fühlen sich sowohl vom Kindergarten als auch vom Ordnungsamt im Stich gelassen. Die Kita-Leiterin wirkt ihrer Meinung nach nicht auf die Parkmoral der Eltern ein, die Behörde kontrolliert zu wenig. „Die haben mir einen Packen Anzeigeformulare zum Selbstausfüllen mitgegeben“, klagt der genervte Garagenbesitzer.

Stephan Brockmann, der stellvertretende Leiter der städtischen Ordnungsbehörde, hält den Kindergarten Liebigstraße für nicht sonderlich problematisch - was die Parkerei betrifft. Nachdem unsere Zeitung ihn die Nöte der Anwohner berichtete, schickte er die Ordnungspolizei am Dienstag zwei- und am Mittwoch dreimal vorbei. Ergebnis: eine Falschparkerin.

Kontrollieren und verwarnen dürfe die Stadt aber nur im öffentlichen Verkehrsraum, also auf Straße und Bürgersteig. Die Asphaltfläche vor den Garagen befände sich in Privatbesitz und seien „verkehrsrechtliches Niemandsland“.

Quelle: op-online.de

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