Strahlend schönes Weinfest

So reizend war die Woigass! Gut gelaunt mitten im Herzen Urberachs – ein erstes Gläschen im Freien als Vorgeschmack auf die kommenden lauen Sommerabende.

Urberach (chz) ‐ Mit einem kleinen Buchsbaum dankte Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein dem Vater der „Orwischer Woigass“, Peter Müller, für seine gute Idee vor zehn Jahren – so alt ist das Urberacher Weinfest am Wochenende geworden, und es kleidete sich dafür zur Eröffnung in strahlenden Sonnenschein und freundliche Festtagsstimmung.

Gemeinsam mit Bürgermeister Roland Kern, Landrat Oliver Quilling und vielen prominenten und weniger bekannten Gästen begannen die Großumstädter Weinkönigin Maria und ihre Prinzessinnen Lisa und Janina den Gang durch die idyllische Bachgasse. Sie verkosteten deutsche, Elsässer, Südtiroler und ungarische Weine.

Nicht nur kleine und große Vereine wie etwa der Skiclub Rödermark, der KSV oder die Viktoria Urberach kredenzten so manches von Lieblich bis Herb, sondern auch kirchliche Gruppen wie die Katholische Frauengemeinschaft warben für ihre rheinhessischen Tröpfchen, um mit dem Erlös das neue Pfarrheim zu unterstützen.

Bilder vom Orwischer Woigass Weinfest

Feiern in der Orwischer Woigass

Die Pfadfinder schenkten Elsässer Weine aus, und auch der Förderverein der Kita Pestalozzistraße verkaufte Süffiges zugunsten der Einrichtung. Wie alle Jahre kredenzte der Kleingärtnerverein Erlenwald den edlen Rebensaft aus der Urberacher Partnerstadt Tramin, und auch einige Rödermärker Weinhändler sorgten für bekannte wie ausgefallenere Bouquets.

Aus Krankheitsgründen musste die Weinwandergruppe der Petrusgemeinde kurzfristig ihren alljährlichen Stand absagen, doch im nächsten Jahr wollen auch sie mit ihrem Petruswein dabei sein. Je später es wurde, umso mehr Besucher tauchten auf der Festmeile im alten Urberacher Ortskern bei angenehmen Abendtemperaturen in die gesellige Stimmung zwischen den liebevoll geschmückten und beleuchteten Buden ein, wo teilweise kaum mehr ein Durchkommen war.

Auch der Heimat- und Geschichtsverein hat sich im Töpfermuseum wieder der Woigass angenommen. Unter dem Titel „Der Wein im alten Ägypten““ hat der pensionierte Historiker Norbert Cobabus mit viel Liebe und Sachverstand in Archiven und Internet gewühlt und seine Recherchen mit passenden Bildern abgerundet.So freut sich mancher Gast nach dem Besuch der Ausstellung, nicht mehr in der Pharaonenzeit zu leben: schließlich war der Wein zu jener Zeit der Oberschicht vorbehalten – Pharaonen, Militär, Wesiren und Priesterschaft.

Das einfache Volk hingegen musste sich bis auf hohe Feiertage mit Bier begnügen. Die Ausstellung kann am Sonntag, 6. Juni, von 15 bis 18 Uhr noch einmal besichtigt werden.

So informiert, freute sich der einfache Festbesucher, sich nach dem Töpfermuseum wieder ganz den mannigfachen Angeboten aller Lagen und Rebensorten in der Woigass hingeben zu dürfen.

Am Sonntag Nachmittag kamen schließlich auch die Kinder auf dem Platz vor dem Töpfermuseum auf ihre Kosten. Beim „Michel aus Lönneberga“ zitterten die jüngsten Gäste mit oder brachen in schallendes Gelächter über die Lausbubenstreiche aus. Anschließend ließen sie sich schminken, malten Mandalas oder nutzten die Angebote aus dem Spielmobil, alles organisiert und zusammen mit Kaffee und Kuchen angeboten vom Förderverein des Kindergartens St. Gallus.

Guten Zuspruch fand wieder dank des irgendwann doch bevorstehenden Sommers auch der verkaufsoffene Sonntag, an dem sich viele Geschäfte beteiligten.

Quelle: op-online.de

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