Geschäftsleute klagen

Einbahn-Regelung führt zu Umwegen

+
Seit ein paar Tagen ist der Rosengarten Einbahnstraße - was die Geschäftsleute gewaltig aufregt.

Ober-Roden - Die Stadt hat die Straße Am Rosengarten zur Einbahnstraße erklärt. Das ärgert fünf Geschäftsleute: Sie fühlen sich von Kunden und Lieferanten abgeschnitten.

Die seit eineinhalb Wochen gültige Einbahn-Regelung Am Rosengarten ist Teil eines Pakets, mit dem die Stadt die Situation am Bahnübergang entschärfen will. Wenn sich die Schranken öffnen, kommen Autos, Fahrräder und Fußgänger einander in die Quere.

Widerstand gegen diese Neuerung kommt aus dem Haus Am Rosengarten 1-3. Dort gehen unter anderem ein Kürschner, ein Modegroßhändler und Immobilienmakler ihren Geschäften nach. Eine Praxis für Thaimassage nebenan hat ihre Fläche erst kürzlich verdoppelt. Jetzt werfen die Gewerbetreibenden der Stadt vor, ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen. „Die Einbahnstraße ist die denkbar schlechteste Lösung“, klagt Kürschnermeister Wolfgang Beetz.

Diese junge Dame radelt sicher. Doch wer den Radweg aus dem Rosengarten heraus vorschriftsmäßig benutzt, fährt in die andere Richtung und steht plötzlich Auge in Auge mit den Autos. 

Kunden und Lieferanten die aus der Ortsmitte kommen, sehen schon von weitem Schaufenster und Leuchtreklame. Doch hinter der Bahnschranke können sie nicht mehr links abbiegen. Die Neuregelung zwingt sie zu einem mehrere hundert Meter langen Umweg über Hermann-Ehlers- und Babenhäuser Straße. Weil dort oft wild geparkt wird, befürchtet Beetz, dass Kleintransporter und Lastwagen seiner Lieferanten öfter hängen bleiben. Das sei gestern einem Paketdienst passiert. Der Fahrer wusste sich nur durch einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung zu helfen: Er stieß rückwärts in die Einbahnstraße hinein.

Viele Schwachpunkte

Die Einbahn-Regelung ist aber nicht der einzige Schwachpunkt, den Beetz und Matthias Bozseyovski, Ralf Fleckenstein, Franz Gotta und Kurt Kunkel ausgemacht haben. Am Ende des Rosengartens ist das Rechtsabbiegen Richtung Marktplatz verboten. „Soll ich einem Kunden sagen „Fahren Sie links, links, rechts, rechts und rechts und Sie sind da?“, beschreibt Makler Bozseyovski provokant den Rückweg. Auch der rot markierte Radweg aus der Einbahnstraße heraus hat seine Tücken. Denn er führt seine Nutzer geradewegs vor die Motorhauben der Autos, die auf die Schranke zufahren. Ständig, so die Beobachtungen der Geschäftsleute, weichen Autos bei Gegenverkehr auf den Radlerstreifen aus.

Das nervt Autofahrer auf der Landstraße am meisten

Das nervt auf der Landstraße am meisten

Erster Stadtrat Jörg Rotter verteidigt die geänderte Verkehrsführung. Sie sei das Ergebnis einer Abstimmung unter Anwohnern des Rosengartens. Die Bedenken der Geschäftsleute will er aber nicht einfach vom Tisch wischen. „Wir prüfen, ob wir das Rechtsabbiege-Verbot aufheben. Außerdem wollen wir das Parken in der Babenhäuser und Hermann-Ehlers-Straße so regeln, dass die Engpässe beseitigt werden“, sagte Rotter gestern gegenüber unserer Zeitung.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare