Streit um hohe Wasserrechnung

Ober-Roden (lö) - Sitzen die mehr als 200 Bewohner des Hochhauses Breidertring 86-92 heute auf dem Trocknen? Rainer Butz vom Verwaltungsbeirat jedenfalls befürchtet das und schlägt Alarm.

„Das Gruppenwasserwerk tut so, als würden wir 50 Prozent unseres Verbrauchs nicht bezahlen und will uns das Wasser abstellen“, sagte er gestern Mittag gegenüber unserer Zeitung. Im Treppenhaus hängte er Zettel auf, damit sich die Leute ein paar Eimer Wasser als Vorrat in die Küche stellen.

Offene Rechnung über rund 18.330 Euro

Hintergrund ist eine offene Rechnung über rund 18.330 Euro. Wird sie nicht bis zum 24. Januar, also heute, um 8 Uhr bezahlt, werde die Anlage mit 115 Wohnungen von 8 bis 12 Uhr vom Netz getrennt, schrieb der Wasserzweckverband Dieburg der Hausverwaltung am 17. Januar. Doch in deren Augen beruht die Rechnung auf einer falschen Schätzung, daher rückt sie keinen Cent raus.

Im Frühjahr 2011 hatten nach Aussage von Verwaltungsbeirat Rainer Butz die beiden Hauptwasseruhren verrückt gespielt. Die Verwaltung ließ die Zähler von einem Messtechniker prüfen, der Abweichungen „weit außerhalb“ der Toleranzgrenzen festgestellt habe. Das war im Mai.

Ende Juni schickte das Wasserwerk eine neue Rechnung. Gegen die legte die Hausverwaltung über einen Hanauer Anwalt Widerspruch ein: Sie liege rund 4000 Kubikmeter über dem Verbrauch der vergangenen Jahre, der knapp 8000 Kubikmeter betrug. Diese Menge decke sich auch mit dem Verbrauch, den die Wasseruhren in den einzelnen Wohnungen gemessen haben.

Schwarzen Peter weitergeschoben

Das Gruppenwasserwerk gab den Schwarzen Peter gestern am frühen Abend an die Hausverwaltung zurück. Bevor es eine Sperrandrohung in die Tat umsetze, könne der Kunde reagieren und eventuell eine Ratenzahlung vereinbaren, erläuterte der kaufmännische Betriebsleiter Dietmar Birkenfeld das Procedere. Allein der Widerspruch befreie einen Kunden nicht von der Zahlungspflicht.

Doch eine weitergehende Reaktion sei bis gestern ausgeblieben. Erst gegen 14.30 Uhr habe die Hausverwaltung bei Steffen Wollenhaupt, dem Chefbuchhalter des Zweckverbandes, angerufen und eine Überweisung bis Dienstag angekündigt.

Birkenfeld und Wollenhaupt schlugen im Gespräch mit unserer Zeitung eine außerordentliche Einigung vor, damit die mehr als 200 Eigentümer und Mieter, die jeden Monat ihren Abschlag zahlen, heute unbesorgt den Wasserhahn aufdrehen können: „Wenn uns bis 12 Uhr ein Überweisungsträger vorliegt, ist die Sache vom Tisch.“

Details müssten die Anwälte beider Seiten klären.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare