Ehemaliger Bahnmitarbeiter hält Helfmanns Rechnung für zu optimistisch

Streit um Schranken-Zeit geht in neue Runde

Ober-Roden - Der CDU-Vorstoß zu kürzeren Schrankenschließzeiten sorgt weiter für Diskussionen. Gestern haben sich neben der FDP auch langjährige Bahnmitarbeiter zu Wort gemeldet, die die Sache kritisch sehen.

Karl-Heinz Pfütze hält die Prognose des CDU-Bürgermeisterkandidaten Carsten Helfmann für übertrieben optimistisch: Der geht davon aus, dass die Schranken in der Dieburger Straße pro Stunde zehn Minuten länger oben bleiben. Pfütze: „Aus meiner Sicht brächte eine Verlegung des Schaltkontaktes höchstens vier bis fünf Minuten pro Stunde. Dieser Zeitgewinn ginge aber im anschließenden Verkehrsgewühl wieder verloren.“ Die 500 .000 Euro, die die Modernisierung der Signaltechnik kosten würde, sind für Karl-Heinz Pfütze dem Wahlkampf „geopferte Steuergelder, die keine spürbare Verbesserung bringen“ und für andere Zwecke sinnvoller ausgegeben wären. Von der Bahn sei kein Cent zu erwarten, da sie zu dieser Modernisierung nicht verpflichtet sei.

Pfütze und der frühere SPD-Stadtverordnete und IG Dreieichbahn-Aktivist Kurt Krummholz machen einen Kardinalfehler der Vergangenheit für die Staus auf der Ober-Röder Hauptstraße verantwortlich. Die Stadt hätte das Angebot der Bahn annehmen müssen, die auf eigene Kosten eine Unterführung in Ober-Rodens Mitte gebaut hätte. Das habe die SPD in den neunziger Jahren gefordert, sagt Krummholz. Doch CDU und AL hätten alle Anträge abgeschmettert. Jetzt würden sie mit diesem Nein allen Rödermärkern 500.000 Euro Extrakosten aufbürden. Die Entscheidung gegen eine Unterführung, so Pfütze, sei den Geschäftsleuten zwischen Bahnhof und Schranke geschuldet gewesen. Die Schranke, Lärm und Abgase gebe es immer noch, viele der Geschäfte aber hätten geschlossen.

Der FDP-Bürgermeisterkandidat Tobias Kruger begrüßt dagegen die CDU-Initiative. Bürgermeister Roland Kern solle „froh und dankbar sein, wenn ihm eine Lösungsmöglichkeit für ein drängendes Problem angetragen wird“. Kruger findet es befremdlich, wenn der Bürgermeister bei geschätzten Kosten von einer halben Million Euro von einer guten Haushaltslage spricht. Grundsätzlich aber müsse die Stadt bereit sein, diese Summe aufzubringen, um die Situation an der Schranke zu verbessern. Da die vor mehr als 20 Jahren auch von der FDP favorisierte Unterführung nicht mehr realistisch und bezahlbar sei, ziehe sie jetzt am gleichen Strang wie die CDU. (lö)

Quelle: op-online.de

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