Nach Übung an der Kläranlage folgt Ernstfall

Strohballen angezündet

+
Die Jugendfeuerwehr hatte an der Kläranlage Ober-Roden den Ernstfall trainiert.

Rödermark - Wie der Zufall so spielt: Zuerst übte die Jugendfeuerwehr an der Kläranlage in Ober-Roden, wenig später musste die Einsatzabteilung zur alten Kläranlage in Waldacker ausrücken. Im Regenrückhaltebecken brannte Stroh.

Unbekannte hatten sich richtig Arbeit gemacht und einen Rundballen Stroh von einem Acker in das Regenrückhaltebecken der stillgelegten Kläranlage am Eulerweg gerollt. Mit einer selbstgebauten Rampe aus Paletten und Stahlgittern haben sie den Ballen über die Brüstung gewuchtet und angezündet. Die brennenden Strohreste hatten sich in der Kanalisation ausgebreitet. Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der starken Rauchentwicklung recht schwierig. 14 Einsatzkräfte waren knapp zwei Stunden beschäftigt.

Schneller hatte die Feuerwehr zwei Einsätze am Wochenende abgearbeitet. Vermutlich ein technischer Defekt hatte die neue Brandmeldeanlage in der Halle Urberach ausgelöst. Die auf Hitze reagierende Sprinkleranlage wurde durch den Fehlalarm aber nicht aktiviert. Feuerwehrleute durchsuchten die wegen Umbaumaßnahmen geschlossene Halle und gaben Entwarnung.

Brandgerüche drangen am Sonntagmorgen aus einer Wohnung in der Bahnhofstraße; Nachbarn riefen die Feuerwehr. Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten fanden angebranntes Essen auf einem Herd. Aber auch hier musste die Feuerwehr nicht weiter eingreifen.

Ausbildung geht nach Ferien weiter

Näheres dazu gibt’s auch unter www.jugendfeuerwehr-ober-roden.de

Die Jugendfeuerwehr Ober-Roden hatte unter erschwerten Bedingungen geübt, obwohl das Szenario ganz alltäglich wirkte. An der Kläranlage musste ein brennender Container gelöscht und danach wieder mühsam gesäubert werden. Parallel dazu war eine Hilfeleistung nötig, denn unter einem Kunststoff-Behälter war ein Verletzter eingeklemmt. Mit einem Hebekissen mussten die jungen Brandschützer den Container anlupfen, die Person befreien und anschließend in ärztliche Betreuung übergeben.

Einsatzleiter Thomas Braun schilderte die Problematik: An der Kläranlage existiert kein Hydrant. Das Gelände wird von zwei Brunnen mit Brauchwasser versorgt, deren Druck aber für die Feuerwehr zu gering ist, wie Betriebsleiter Jürgen Ulmer erläuterte. Deshalb galt es, möglichst rasch eine ausreichend lange Leitung vom Hundeverein bis zur Kläranlage aufzubauen.

Beteiligt an der Übung waren 16 Jugendliche sowie ein 15-köpfiges Ausbilder- und Vorbereitungsteam. „Wir haben der Ober-Röder Wehr unser Gelände als Übungsort angeboten, da uns die Wichtigkeit der Arbeit der Jugendfeuerwehr bewusst ist“, erläuterte Jürgen Ulmer die Hintergründe. Für Jugendwart Nicolas Spieß und die Jugend-Feuerwehr Ober-Roden war dies die letzte Übung vor sechs Wochen Pause. Die praktische Ausbildung geht nach den Ferien weiter.

Übung der Jugendfeuerwehren (2011)

Übung der Jugendfeuerwehren

chz/lö

Quelle: op-online.de

Kommentare