Studie „Von Hekimhan nach Rödermark“

Überdurchschnittlich gute Abschlüsse

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Der geistige Vater und der Autor der Hekimhan-Studie: Hidir Karademir (links) und Dr. Cengiz Deniz

Rödermark - Eine wissenschaftliche Studie beleuchtet türkisch-deutsche Familiengeschichten. In Rödermark sind seit den Sechzigerjahren überwiegend Migranten aus Hekimhan und seinen ostanatolischen Nachbarstädten heimisch geworden.

Der Biographieforscher Dr. Cengiz Deniz ging auf Spurensuche.
Die türkische Gemeinde Rödermarks ist vergleichsweise homogen. Fast 80 Familien siedelten in den Sechziger- und Siebzigerjahren aus Hekimhan, Kozdere und Igdir in Anatolien nach Urberach und Ober-Roden. „Wir waren 100 Prozent einfache Leute, Bauern und oft Analphabeten“, sagt Hidir Karademir. Der Sozialarbeiter, Buchautor, SPD-Politiker und Gründer des Deutsch-türkischen Freundschaftsvereins kam 1969 als 15-Jähriger nach Deutschland, fing im Ruhrpott eine Bergmannslehre an und arbeitete sich in Rödermark hoch. Er betont immer wieder „deutsche“ Tugenden wie Fleiß Disziplin und Zuverlässigkeit.

Die mittlerweile drei deutsch-türkischen Vereine in Rödermark wollten ihre Herkunft und ihre Integration schon lange wissenschaftlich fundiert untersuchen lassen. Die 1000 Euro aus dem städtischen Integrationsförderpreis bildeten die Basis einer 6000 Euro teuren Studie, für die der Biographieforscher Dr. Cengiz Deniz 220 Rödermärker aus drei Generationen mit Hekimhaner Wurzeln interviewte. Der große Zusammenhalt dieser Familien habe ihm die Arbeit leicht gemacht. Seiner Ansicht nach gibt es in ganz Deutschland wenig vergleichbare Strukturen und Untersuchungen.

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„Bei der Integration wird sich oft in die eigene Tasche gelogen“, hat Dr. Deniz im Zuge seiner Forschungen schon jede Menge Schönfärberei erfahren. Den Rödermärker Türken, nicht nur denen aus Hekimhan und seiner Nachbarschaft, stellt er buchstäblich ein gutes Zeugnis aus: „Sie haben eine überdurchschnittlich gute und qualifizierte Bildung.“ Die erste Generation, die „Gastarbeiter“, sei ohne Schulabschluss nach Deutschland gekommen. Deren Kinder seien überwiegend Facharbeiter, und die Enkel würden genauso oft studieren wie ihre deutschen Altersgenossen. „Die Familien kümmern sich um Bildung“, zieht Dr. Deniz ein Resümee seiner Arbeit. Jede Elterngeneration treibe ein Ziel an: Den Kindern soll"s besser gehen als ihnen selbst.

Die türkisch-deutschen Familiengeschichten zeigen nach Ansicht von Bürgermeister Roland Kern, dass die Integration in Rödermark besser gelingt als es ihr Ruf in der Bevölkerung ist.

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Die Studie „Von Hekimhan nach Rödermark“ wird am Freitag, 9. März, um 19 Uhr im Foyer der Kulturhalle vorgestellt. (lö)

Quelle: op-online.de

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