AL und Sturm streiten um Gewerbegebiet

Ober-Roden - (lö) Grüne werfen dem Ersten Stadtrat Machtmissbrauch vor. Alexander Sturm kontert: "Gespräche im Planungsverband sind meine Aufgabe."

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat die Andere Liste den Ersten Stadtrat Alexander Sturm (CDU) scharf angegriffen. AL-Vorsitzender Eckhard von der Lühe wirft ihm „glatten Machtmissbrauch vor“: Hinter dem Rücken der städtischen Gremien treibe die CDU die Planung eines zehn Hektar großen Gewerbegebiets zwischen Marienstraße und Rödermarkring voran. Sturm habe im Planungsverband Frankfurt eigenmächtig Änderungen im Entwurf des Regionalen Flächennutzungsplanes vorgenommen.

Der alte Flächennutzungsplan (FNP) aus den achtziger Jahren sah westlich von Ober-Roden Wohngebiete vor. Der Regierungspräsident, so die AL, hatte vor Jahren darauf hingewiesen, dass Rödermark genügend Reserven hat, und aus ökologischen Gründen auf eine Reduzierung der dafür vorgesehenen Flächen gedrängt. Dem sei der Planungsverband auch weit gehend nachgekommen, der Vorentwurf des FNP sehe dort nur noch ein kleines Wohngebiet vor. Von der Lühe: „Von einem Gewerbegebiet war nie die Rede.“

Zehn Hektar kommen seiner Meinung nach „einem Frontalangriff auf die Grüne Mitte“ gleich - von CDU und Sturm „selbstherrlich, hinter dem Rücken von Bürgern und Bürgermeister forciert“. Die notwendige Erschließungsstraße schneide etliche Ober-Röder von ihrem Naherholungsgebiet ab.

„Es ist meine Aufgabe als gewählter Vertreter der Stadt im Planungsverband, solche Gespräche zu führen“, wies Sturm gestern den AL-Vorwurf des Machtmissbrauchs zurück. Fakten würden damit noch keine geschaffen. Vielmehr diskutiere der Planungsverband momentan nur einen Vorstandsentwurf (auf kommunaler Ebene mit einer Magistratsvorlage vergleichbar) des FNP, den die Verbandskammer (entspricht der Stadtverordnetenversammlung) verabschieden muss. Stimmt die Kammer dem Entwurf zu, haben Bürger, Verbände und die Kommunen immer noch zahlreiche Einflussmöglichkeiten, denn der Beschluss muss öffentlich ausgelegt und im Stadtparlament diskutiert werden.

In der Sache steht Sturm klar zu einem Gewerbegebiet im Westen Ober-Rodens, wie es die CDU/FDP-Koalition vorigen Sommer gefordert hat. Aus Rücksicht auf ökologisch wertvolle Flächen am Rödermarkring und nördlich der Albert-Einstein-Straße rücke ein neues Gewerbegebiet aber näher an den Ortsrand heran. Er habe aber darauf hingewirkt, dass eine Frischluftschneise Richtung Wohngebiet frei gehalten wird und akzeptiert, dass es von 16 auf 10 Hektar schrumpft. „Diesen Vorwurf der Eigenmächtigkeit lasse ich mir gerne nachsagen“, erklärte Sturm.

Der Erste Stadtrat wiederum zeigte sich „verwundert“, dass das Gewerbegebiet am Urberacher „Hainchensbuckel“ im FNP-Entwurf kleiner erscheint als geplant - seiner Ansicht nach auf Initiative von Bürgermeister Kern.

Quelle: op-online.de

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