Letzte Chance für K-L-Trasse?

+
Noch mehr Autos vor ihren Häusern befürchten die Urberacher, sobald die Offenthaler Umgehungsstraße, die B 486 neu, freigegeben wird. Der Ausbau der K-L-Trasse könnte die Anwohner von Konrad-Adenauer- und Traminer Straße wirksam entlasten, stößt aber besonders in Messel auf Widerstand.

Urberach (lö) - Nach der Eröffnung der Südumgehung Offenthal rollen täglich 8300 Autos über die B486 durch Urberach, 900 mehr als bisher. Das führt zu einer Mehrbelastung für die Anwohner.

Der Verkehrsfluss könnte durch den Ausbau der K-L-Trasse aber nahezu halbiert werden, lesen Bürgermeister Roland Kern und die meisten Rödermärker Kommunalpolitiker aus einem neuen Gutachten des Planungsbüros Mörner & Jünger.

4000 Autos weniger am Tag - so lautet die aus Urberacher Sicht optimistischste Prognose. Die nötigen Straßenbaumaßnahmen kosten knapp sieben Millionen Euro und können nur mit Zustimmung des Landes und der Nachbarstädte umgesetzt werden. Und Letzteres ist mehr als fraglich. Die Messeler zum Beispiel wollen nicht mehr Autos vor ihren Fenstern haben, nur damit die Urberacher ruhiger schlafen können.

Mehrbelastung für Urberach

Andererseits müsse auch Rödermark so argumentieren dürfen, hält Kern dagegen. Die Entlastung von Offenthal in etwa zwei Jahren dürfe nicht zu einer Mehrbelastung für Urberach führen. Die Sorgen dort sind bekannt: Mit der Freigabe der Umgehungsstraße verschwindet der Engpass Offenthal, der Verkehr rollt störungsfrei von Langen zur B45. Um die Belastungen in Grenzen zu halten, will die Stadt „alle realistischen und finanzierbaren Möglichkeiten ausschöpfen“.

  • Die K-L-Trasse ist die letzte Option, den Durchgangsverkehr auf bestehenden Kreis- (K) und Landesstraßen (L) um Urberach herum zu führen. Und zwar auf der Kreisstraße 180, die am „Eppertshäuser Knoten“ von den Bundesstraßen 45 und 486 abzweigt. Am nördlichen Ortsrand von Messel trifft sie auf die Landesstraße 3317. Die wiederum mündet südlich von Offenthal wieder auf die B 486, die neue Umgehungsstraße, ein.
  • Die lautesten Proteste gegen die K-L-Trasse kommen aus Messel. Bürger und Politiker befürchten nach einer Verbreiterung mehr Verkehr am Ortsrand.

Kern fordert deshalb mit Rückendeckung des Stadtparlaments, dass das Land und der Kreis Darmstadt-Dieburg die für 2012 geplante Sanierung der K180 zwischen Messel und Eppertshausen erst einmal verschieben und über die neuen Zahlen von Mörner & Jünger nachdenken: Würde die Fahrbahn auf 10,50 Meter verbreitert - das ist ein Meter mehr als vorgesehen - könnte das Urberach um mindestens 1500, im besten Fall aber um 4000 Autos entlasten.
Diese Sparziele können jedoch nur erreicht werden, wenn die K180 vernünftig an die B 45 angeschlossen wird, der „Eppertshäuser Knoten“ umgebaut wird und der Urberacher B 45-Anschluss „Erdkautenweg“ geschlossen wird. Das kostet nach den Berechnungen von Mörner & Jünger überschaubare 1,93 Millionen Euro. Die Verbreiterung der gesamten K-L-Trasse auf durchgehend 10,50 Meter schlägt mit 1,7 Millionen Euro zu Buche.

Umbau der B 486 kostet 3,2 Millionen Euro

3,2 Millionen Euro würde der Umbau der B 486 in Urberach kosten. Die Planer schlagen ein künstliches Nadelöhr mit schmaler Fahrbahn, begrüntem Mittelstreifen und/oder Parkstreifen vor.

Lesen Sie dazu auch:

Formfehler im Urteil suchen

Trasse rückt in weite Ferne

Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) sieht das neue Gutachten skeptisch. Es ähnele Vorschlägen aus dem Jahr 2009, teilte sein stellvertretender Pressesprecher Wolfgang Harms gestern mit. Die seien am Widerstand von Rödermarks Nachbarn gescheitert. Harms: „Es ist für uns nicht ersichtlich, dass es dieses Mal anders sein könnte.“ Nach Auffassung des Ministeriums ist für eine Verbreiterung der K 180 auch ein neues Planfeststellungsverfahren nötig, denn schließlich werde auf ganzer Länge ein zusätzlicher Geländestreifen gebraucht.

Quelle: op-online.de

Kommentare