Süße Künste preisgekrönt

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Hotel-Chef W. Alexander Wessinger ist stolz auf Sybille Langner. In dem Neu-Isenburger Traditionsbetrieb hat die 19-Jährige aus Rödermark ihr süßes Handwerk gelernt.

Urberach ‐ Sibylle Langner hat zwar einen süßen Beruf. Doch der ist nicht immer ein Zuckerschlecken: Schließlich musste sie während ihrer Lehre zur Konditorin zum Beispiel an Sonn- und Feiertagen - wenn das Geschäft besonders brummt - ihre Kunstwerke entwerfen und anfertigen. Von Bernhard Pelka

Aber trotz aller Überstunden gibt es für die 19-Jährige nichts Schöneres, als in der Backstube und im Pralinenraum zu stehen.

Ihr Job macht der Urberacherin so viel Spaß, dass ihr Höchstleistungen keine Last, sondern eine pure Freude sind. Jetzt sicherte sich die ideenreiche Konditorin beim Landeswettbewerb in Kassel nach einer harten Sechs-Stunden-Prüfung den Titel der besten Gesellin in Hessen. Dabei musste sie unter enormem Zeitdruck eine Torte mit Aufsatz, drei Sorten süße Häppchen, drei Sorten Pralinen und sechs Marzipanfiguren aufs Tablett zaubern und den Prüfern mundgerecht zum Geschmackstest auf einem festlichen Tisch präsentieren. Zuvor war sie mit der makellosen Abschlussnote 1 schon Siegerin der Konditoreninnung Rhein-Main geworden. Heute wird sie für ihre herausragenden Leistungen im Offenbacher Capitol zusammen mit anderen Konditor-Experten geehrt. Staatsminister Jörg-Uwe Hahn hält die Ansprache.

14 Mitarbeiter in der Konditorei

Ihre verführerische Kunst hat Sibylle Langner im traditionsreichen Hotel Wessinger in Neu-Isenburg gelernt. Das Haus, das im November 100. Geburtstag feiert und in vierter Generation als Familienbetrieb geführt wird, dient ihr derzeit als Trainingsstätte für den Bundesentscheid der 16 besten deutschen Konditoren. Am 2. und 3. November zeigen sie in Berlin, was sie mit Zucker, Schokolade, Ei-Schnee und anderen Kalorienbomben drauf haben.

Ich bin dankbar, dass ich hier üben darf. Besonders meinen Chefs Thomas Hammann und Wenzel Königsberg, die ihre Freizeit dafür opfern.“ Solches Lob geht Hotel-Chef W. Alexander Wessinger natürlich herunter wie eine leckere heiße Schokolade. Mit Konditor-Landessiegerinnen hat sein Hotel, das allein in der Konditorei 14 Mitarbeiter beschäftigt, nur die besten Erfahrungen. „Wir hatten schon 2003 eine“, berichtet er und fügt stolz hinzu: „Sie arbeitet noch heute bei uns.“

„Ich habe schon als Kind gern gebacken“

Das könnte auch für Sibylle Langner bald wieder gelten. Derzeit macht die Konditorin aus Leidenschaft in Frankfurt zwar ihr Fachabitur. Nach der Prüfung im Sommer 2010 würde sie aber gern wieder an ihre alte Wirkungsstätte in Neu-Isenburg zurückkehren. „Ich vermisse das hier schon jetzt“, versichert sie.

Die Vorliebe fürs Backen wurde der kreativen Frau nicht in die Wiege gelegt. Die Eltern üben ganz andere Berufe aus. „Aber ich habe schon als Kind gern gebacken“, erinnert sich die angehende Abiturientin. „Ich wollte schon immer etwas Praktisches machen. Außerdem probier‘ ich Süßes gern“ (was man der sympathischen Preisträgerin nicht im Geringsten ansieht).

Nicht nur das Geschäft profitiert von ihren außergewöhnlichen Fertigkeiten, sondern auch die Familie. Sobald sich zum Beispiel Oma Hedwig aus Sprendlingen etwas Leckeres von ihrer Sibylle wünscht, zieht die gute Seele ihre schneeweiße Arbeitskleidung an und steht in der Küche. „Und am Wochenende backe ich sowieso.“ Das nennt man dann wohl, das Hobby zur Berufung machen.

Quelle: op-online.de

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