Parlamentspräsident Sven Sulzmann führt CDU in den Kommunalwahlkampf

Rödermark: CDU nominiert Stadtverordnetenvorsteher als Spitzenkandidat

CDU-Kandidaten für die Kommunalwahl 2021 in der Kulturhalle Rödermark
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Rödermark: Selbst das Weitwinkelobjektiv erfasste nicht alle Kandidaten, die am 14. März nächsten Jahres für die CDU ins Stadtparlament wollen. Auf den ersten Listenplätzen stehen Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann, Fraktionsvorsitzender Michael Gensert sowie die ehrenamtlichen Stadträtinnen Anna-Monika Gierszewski und Mona Reusch.

Als erste der fünf Parteien in der Stadtverordnetenversammlung hat die CDU Rödermark ihre Kandidaten für die Kommunalwahl 2021 nominiert. Auf der Liste, die von Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann angeführt wird, stehen zahlreiche neue Namen, spektakuläre (Quer-)Einsteiger gab"s beim Parteitag am Montagabend in der Kulturhalle jedoch keine. Die einzige kleine Überraschung: Parteivorsitzender Ralph Hartung kandidiert symbolisch auf dem letzten Listenplatz, weil er in den Kreistag will.

Rödermark - Die CDU hat ihre Kandidaten für die Kommunalwahl nächstes Jahr aufgestellt. Der Parteivorstand schlug den Mitgliedern 35 Personen aller Altersstufen vor. Seine Liste berücksichtigte langjährige Kommunalpolitiker und Newcomer, die frische Ideen einbringen wollen. Alle Bewerber wurden einstimmig gewählt.

Angeführt wird die Liste von Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann. Auf den Plätzen zwei bis fünf stehen die führenden Köpfe der derzeitigen CDU-Fraktion beziehungsweise des ehrenamtlichen Magistrats: Michael Gensert (Fraktionsvorsitzender), Anna-Monika Gierszewski und Mona Reusch (Stadträtinnen), Herbert Schneider (Parlament).

Der erste junge Neue ist der JU-Vorsitzende Leon Ayahs auf Platz sechs. Mit Isabelle Schrod, Yanick Gäckle, Jenny Bender, Katharina Eid und Florian Brehm kandidieren weitere Mitglieder der Jungen Union beziehungsweise junge Christdemokraten auf aussichtsreichen Plätzen. Florian Brehm, die Nummer 17, ist Rödermärker Partygängern als „DJ Flo“ bekannt. Er könnte die CDU auch für Wähler interessant machen, denen die Partei bislang zu altbacken erscheint.

Stadtrat Hans-Peter Hente (75) verzichtet aus Altersgründen ebenso auf eine erneute Kandidatur wie Hans Sulzmann (83). Auch die Stadtverordneten Stefanie Arnheiter, Franz Keck und Jochen Weiland treten am 14. März nächsten Jahres nicht noch einmal an.

Jochen Weiland ist in den Augen von Parteichef Hartung ein typisches Beispiel, das zeigt, wie schwer Beruf und ehrenamtliche Kommunalpolitik unter einen Hut zu bringen sind: Jeden Donnerstag hat die CDU Fraktionssitzung, alle sechs bis acht Wochen tagt die Stadtverordnetenversammlung, deren Sitzung in einer Ausschusswoche vorbereitet wird. Dazu kommen parteiinterne Arbeitskreise und schwarz-grüne Koalitionsrunden. „Vor diesem Zeitaufwand hatte auch mancher Respekt, den wir wegen einer Kandidatur für 2021 gefragt hatten“, macht Hartung keinen Hehl aus Absagen.

Beschimpfungen, Pöbeleien oder gar Drohungen – seien es reale oder über die Sozialen Medien verbreitete – hatten laut Hartung keinen Einfluss auf die Frage „Kandidieren oder nicht?“ Das stimmt den Parteivorsitzenden in der allgemeinen Diskussion über das Ansehen von Kommunalpolitikern optimistisch. Und zeuge von dem guten Klima, das im Rödermark-Parlament herrscht. „Noch“, betont Hartung mit Blick auf den wahrscheinlichen Einzug der AfD ins Stadtparlament.

Eine andere Sache macht ihm mehr Kummer. „Quer durch alle Fraktionen werden wir für Dinge verantwortlich gemacht, die eigentlich Angelegenheiten der Verwaltung sind“, klagt er. In seinem Briefkasten lag vor Kurzem die lange Beschwerde einer Frau, die einen städtischen Baum vor ihrem Fenster loswerden wollte – verbunden mit der Drohung, eine andere Partei zu wählen, wenn"s nicht klappt. So etwas ärgert Hartung gewaltig.

Nach der Listenaufstellung stellte Spitzenkandidat Sulzmann die Eckpunkte der nächsten Legislaturperiode vor: Die bislang favorisierte Innenverdichtung ist für die CDU ausgereizt, Rödermark benötigt Flächen für Gewerbe und Wohnen. Die Stadt soll aber maßvoll wachsen, eine Expansion wie in mancher Nachbarkommune wird nicht angestrebt. Das ist jene vorsichtige Distanz zum Koalitionspartner AL, die schon Bürgermeister Jörg Rotter oder Fraktionsvorsitzender Gensert in Gesprächen mit unserer Zeitung anklingen ließen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

Außerdem müsse die Stadt ihre Einnahmen so verbessern, dass die heftige Grundsteuererhöhung aus dem März 2020 in einigen Jahren wieder zurückgenommen werden kann. Sven Sulzmann sprach zudem das denkbare Gefahrenabwehrzentrum in Ober-Roden an, sah Handlungsbedarf beim Standort der Feuerwehr in Urberach und beleuchtete die Verkehrssituation in den Stadtteilen.

Stadtverbandsvorsitzender Ralph Hartung wird bei der Kommunalwahl die Liste der Rödermärker Politikerinnen und Politiker für den Kreistag anführen. Unterstützt wird er hier von Mona Reusch, Bürgermeister Jörg Rotter, Leon Ayahs, Adrienne Wehner, Dr. Alexander Görlich und Herbert Schneider. (Michael Löw)

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