Tartar vom Handkäs‘ schmeckte

+
Äppelwoi im Bembel und im Gerippten und passende Gerichte wie Handkäs-Tartar mit Zwiebeln mundeten den Gästen in der Kelterscheune bestens.

Urberach - (chz) Straußwertschaft Kelterscheune - dorthin hatte der BSC am zu seinen „Liedern zum Äppelwoi“ eingeladen. Bei hessischen Spezialitäten wie Äppelwoi-Bratworscht, Handkäs-Tartar, Rippchen mit Kraut und Hausmacher Worscht und mit ungezählten Bembeln genossen die Gäste die anheimelnde Enge.

Die „Rodauschiffer“ Martin Hofmann, Marcella und Rudi Hagenauer und Alfons Weckesser hatten sich mit Christian Elger an der Quetschkommode und Harald Nikolaus am Schlagzeug wohlklingend verstärkt.

In Erinnerung an das kürzlich gestorbene Urberacher BSC- und Äppelwoi-Urgestein Helmut Schwarzkopf zitierte Martin Hofmann dessen 1980 geschriebenes Gedicht vom „Orwischer Nachtdippsche“, das eigens zum besseren Überprüfen der Füllhöhe zwei Henkel innen hat. Ein Beweisstück fürs Innegriff-Dippsche hatte Hofmann aus dem Töpfermuseum mitgebracht.

Vier neue Freunde des Stöffchens wurden zu Äppelwoi-Geschworenen ernannt, allen voran Dieter Hüllmandel, seit kurzem Ehrenvorsitzender des BSC, der Streuobstbäume wie auch Kränzchenwirtschaft in seinem Verein seit Jahren fördert.

Jürgen Poth hatte auch ein Äppelwoi-Lied im Gepäck

Ausgezeichnet wurde Moderator Karl-Heinz Stier, der in seinen Sendungen wie etwa „Hessen à la Carte“ oder „In Hessen unterwegs“ die Äppelwoi-Tradition hochhält, ebenso wie der Seligenstädter Karikaturist Günter Henrich, dessen Appel- und Gerippte-Cartoons auch durch unsere Zeitung geistern. Schließlich erhielt die Urberacher Künstlerin Sylvia Baumer, deren zweibeiniger Apfel „wumboR“ den Eingang der Kelterscheune zierte, die Geschworenen-Urkunde.

Neben dem „Zitherensemble“ mit Marcella Hagenauer, das aus dem Zitherverein Heusenstamm 1904 heraus entstand, sorgte auch Jürgen Poth, „de Guggugg aus Spachbricke“ mit seiner Gitarre für musikalische Akzente - sein „Gesprenzlied“ war der Auslöser fürs Rodaulied, doch er hatte natürlich auch ein Äppelwoi-Lied im Gepäck und brachte den Saal in Sekundenschnelle dazu, den Refrain „Oho, Ebbelwoi is en Gödderdroppe..“ aus vollster Seele mitzusingen.

Zweiter Gast war der Erzähler Gerd Grein, Volkskundler und ehemaliger Museumsleiter auf der Veste Otzberg, dessen Märchenschatz auf Klassikern wie etwa Schneewittchen oder Rapunzel beruht, die er aktualisiert, in die Region verlegt und sprachlich wie inhaltlich anpasst, oft mit einem herrlich pikanten Unterton. Und natürlich konnte auch Grein auch mit Äppelwoi-Geschichten aufwarten, etwa mit der schönen Episode, wie das Stöffche nach Sachsenhausen gekommen ist - „aber höchstens 14 bis 18 Schoppe pro Abend, sonst werd's ungesund unn' ihr werd besoffe...“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare