Urberacher Kunden sauer auf Telekom

Drei Wochen ohne Festnetz und Internet nach Wasserschaden

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Symbolfoto

Urberach - Sonja Tiemann kann seit dem 15. September nur noch sporadisch von ihrem Festnetzanschluss telefonieren oder ins Internet. Doch beides braucht die freiberufliche Finanzdienstleisterin aus der Falkenstraße, um arbeiten zu können.

Seit knapp drei Wochen reklamiert sie bei der Telekom und landet als Geschäftskundin immerhin nicht in endlosen Warteschleifen, sondern bei einem Servicemitarbeiter. Der nannte ihr - wenn auch im besten Technokratendeutsch - die Ursache der Störung: Durch „Berührungen der Erdschleifer sind Adern gebrochen“. Sonja Tiemann vermutet, dass die Arbeiten am neuen Breitbandnetz schuld sind.

Telefon und Internet funktionierten trotz zwei Ankündigungen, die Störung zu beheben, aber höchstens zeitweise. „Am 21. September ist alles drei Stunden lang gelaufen. Dann brach das Netz wieder zusammen“, schimpft Sonja Tiemann. Anfang der Woche schickte sie einen Brief an die Telekom in Bonn und forderte 200 Euro Schadenersatz pro Tag der Nichterreichbarkeit.

Telekom-Pressesprecher Hubertus Kischkewitz bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die Störungen in Urberach. Mit dem Breitbandausbau hätten sie nichts zu tun: „In der Bachgasse ist Wasser in die Kabel eingedrungen und verursacht in einigen Straßen Probleme.“

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Die Entstörung ist nach Auskunft des Telekom-Sprechers aufwendig. Erst muss die Straße aufgebaggert werden, dann wird das armdicke Kabel freigelegt und das beschädigte Stück entfernt. Das neue Kabel wird dann gespleißt - an beiden Enden werden mehrere hundert Kupferadern miteinander verknüpft. „Das macht keine Maschine, das ist echte Handarbeit“, erläutert Kischkewitz. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, werden die Anschlüsse einzeln wieder hochgefahren.

Die Telekom hoffte, bis gestern Nachmittag fertig zu sein. Eine Bestätigung gab es bisher aber nicht. Die Frage nach Schadenersatz beantwortete Kischkewitz ausweichend: „Eine Entschädigung hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Der Kunde kann seine Forderung beim Kundenservice einreichen. Wir prüfen jeden Fall.“ Die Störung in der Erlengasse, über die sich Leser am Donnerstag beklagt hatten, hat laut Telekom mit den Problemen in der Bachgasse nichts zu tun. (lö)

Quelle: op-online.de

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