Störungen im Telekom-Netz

In Waldacker bleibt"s Handy stumm

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Waldacker - Telefonieren im Mobilfunknetz der Telekom ist für viele Waldackerer seit Monaten ein Glücksspiel. Einige Kunden wollen ihre Verträge deshalb vorzeitig kündigen, beißen aber auf Granit. Von Michael Löw

Michael Ahlrichs weiß schon gar nicht mehr, warum er sein Handy überhaupt noch einsteckt. „In den vergangenen sechs Monaten waren wir beinahe dreieinhalb Monate vom Netz getrennt“, beschwerte sich der Elektrofachhändler bei seinem Mobilfunkanbieter, der Deutschen Telekom. Mehrere Waldackerer hätten den gleichen Ärger, besonders hart träfen die Zwangs-Sendepausen einen Chefarzt des Klinikums Langen: Der müsse auch in seiner Freizeit für Notfälle erreichbar sein - ist’s als Telekom-Kunde oft genug aber nicht.

Ahlrichs hat in den vergangenen Monaten etliche E-Mails an die Telekom geschickt und sein Glück immer wieder bei der Service-Hotline versucht. So erfuhr er wenigstens, dass - wenn auch nicht näher definierte - Bauarbeiten die Störungen im Winter verursacht hatten.

Als Anfang Mai wieder Funkstille herrschte, platzte Ahlrichs der Kragen. Wie einige Nachbarn auch kündigte er seinen Vertrag fristlos. Doch die Telekom zeigte ihren angesäuerten Kunden nur die kalte Schulter. Ein vorzeitiger Ausstieg sei nicht möglich: Das Unternehmen stelle den Mobilfunkanschluss „im Rahmen der bestehenden technischen und betrieblichen Möglichkeiten“ bereit. Eine 100-prozentige Versorgung immer und an jedem Ort könne es nicht garantieren. Das stehe auch so in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

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Michael Ahlrichs überlegt jetzt, sich mit einigen Leidensgenossen zusammenzutun und sich aus den Verträgen heraus zu klagen. Unsere Zeitung fragte die Telekom, wie sie die Probleme in Waldacker bewertet. Immerhin für die Störungen Ende Mai hatte die Pressestelle eine Erklärung: Nach dem technischen Defekt an einer Mobilfunkantenne habe es „einige Tage Einschränkungen“ gegeben. Die seien jetzt behoben. Die Reparatur fiel übrigens mit unserer Anfrage zusammen.

Ein Sprecherin bekräftigte aber, dass Kunden trotz dieser Störungen kein Recht auf eine Sonderkündigung hätten. Der Schluss ihrer Erklärung dürfte in den Ohren vieler Waldackerer indes wie Hohn klingen: „Ein Ausbau des Mobilfunknetzes an diesem Standort ist geplant. Allerdings können wir noch keinen Termin nennen.“

Quelle: op-online.de

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