Tempo 30 schützt neue Erstklässler

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Voller Vorfreude warteten diese beiden kleinen Urberacherinnen auf ihre erste Schulstunde.

Rödermark (chz/lö) - Mehr als 220 Kinder starteten gestern ins Abenteuer Schule. Damit in Urberach daraus kein riskantes Spiel wird, will die Stadt auf einem Teil der Darmstädter Straße die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzen.

Darmstädter und Traminer Straße dienen wegen des Umbaus der K 180 (Messel/Eppertshausen) bekanntlich noch mehrere Monate lang als Umleitungsstrecke. Bürgermeister Roland Kern kündigte bei der Einschulungsfeier in der Halle Urberach an, dass das Tempolimit zwischen „Dalles“ und Klausner Straße gelten soll. Die Landesbehörden hätten ihr Okay gegeben, die Schilder werden demnächst aufgestellt.

Rektor Thomas Pohl konnte schon am Montag beim ersten Elternabend sehr zufrieden die Situation der Schule an den Linden beschreiben: 79 Kinder (Vorjahr: 94) werden in vier erste Klassen eingeschult. Das bestätigt zwar den Trend der letzten sechs, sieben Jahre, dass die Kinderzahl dramatisch zurückgeht, doch die Prognosen für die kommenden Jahre zeigen, dass diese Entwicklung stagnieren wird.

Unterrichtsgarantie von 8 Uhr bis 12 Uhr

Die Lehrerversorgung ist laut Rektor Pohl sehr gut, alle 21 Pflichtstunden können gegeben werden, ebenso ist die Unterrichtsgarantie von 8 Uhr bis 12 Uhr für die ersten zwei Klassen und bis 13 Uhr für die dritten und vierten Klassen gewährleistet. „Das erfordert zwar viel organisatorisches Geschick, aber es wird funktionieren“, sagte Pohl. Ausschließlich die beiden Vorlaufkurse, in denen derzeit 29 Kinder mit Sprachschwierigkeiten in zehn Stunden auf die Schule vorbereitet werden, müssen aus organisatorischen Gründen nachmittags ablaufen.

Die Begrüßungsfeier wurde musikalisch auf Schwung gebracht vom Schulchor unter der Leitung von Sigrid Margraf. Während der ersten Unterrichtsstunde wurden Eltern und Gäste vom Elternbeirat bewirtet.

Zahl der Erstklässler ging zurück

Auch an der Trinkbornschule in Ober-Roden und ihrer Filiale im Breidert ging die Zahl der Erstklässler zurück - von 151 auf 144. Rektorin Angela Behle kann eine Vorklasse und sechs reguläre Klassen einrichten. „Lassen Sie Ihren Kindern Zeit zum Lernen“, appellierte sie an die Eltern. Übertriebener Ehrgeiz sei fehl am Platze, stattdessen empfahl sie ein Rezept des Pädagogen Adolf Reichwein: von der Hand in den Kopf, damit Kinder die Schule buchstäblich begreifen.

Die „Großen“ begrüßten gestern die neuen Erstklässler. Das ist nicht nur an der Trinkbornschule in Ober-Roden guter Brauch.

Angela Behles Gruß galt nicht nur den Neulingen, ihren Eltern und Verwandten oder der lokalen Prominenz. Ganz besonders hieß sie die Schulsekretärinnen willkommen: Die seien mit Pflaster, Kühlkissen und tröstenden Worten immer dann zur Stelle, wenn sich eines der Kinder weh getan habe. Bürgermeister Kern begrüßte die Schulanfänger in beiden Stadtteilen mit Wachsmalstiften und der Bitte, zu Fuß zur Schule zu kommen: „Schließlich heißt es ja auch ‚ihr geht in die Schule’ und nicht ‚ihr fahrt in die Schule’.“ Die städtische Ordnungspolizei könne den Betrieb von „Taxi Mama“ zwar nicht verbieten. Aber sie werde im Umfeld der Grundschulen verstärkt kontrollieren. Damit"s mit dem Laufen klappt, verteilte der Bürgermeister den aktuellen Schulwegeplan an alle Eltern.

Quelle: op-online.de

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