Temposprünge übers Seil

Louisa Gotta tritt bei den Europameisterschaften im Rope-Skipping an

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Im Skulpturenpark vor der Trinkbornschule zeigt Louisa Gotta einige ihrer meisterlichen Sprünge.

Sobald ab Donnerstag, 18. Juli, in Graz knapp 600 Rope-Skipperinnen und -Skipper aus zwölf Ländern zur Europameisterschaft in verschiedenen Disziplinen anreisen, ist auch Louisa Gotta (16) aus Ober-Roden dabei.

Ober-Roden – Wir haben mit der Sportlerin kurz vor ihrer Abfahrt nach Österreich gesprochen.

Louisa, wie kommt man zum Rope-Skipping?

Ich habe als Kind mit meiner großen Schwester bei der TG Ober-Roden geturnt. Als ich damit aufgehört habe, bin ich zum DJK TTC gekommen und habe mit Rope-Skipping angefangen. Meine Mutter war von Alwin Gotta vom DJK angesprochen worden, und mir hat das gleich gefallen. Außerdem hat mein Opa Alfred Rebel schon beim DJK Tischtennis gespielt. Und da wir in der Odenwaldstraße wohnen, konnte ich immer zu Fuß zum Training in der kleinen Sporthalle hinter der Kulturhalle gehen.

Und wie kommt man von Ober-Roden bis zur Europameisterschaft?

Ich hatte, damals und bis heute zusammen mit Katharina Weimar, Tina Braunsdorf und Eva Rausch, mit Julia Handzik gleich eine gute Trainerin. Hier im Verein springe ich Einzel; außerdem in Hanau in einem Team. Da kam ich vor zwei Jahren über den Hessenkader hin, in dem ich trainieren durfte und von einer Mit-Springerin angeworben wurde.

Wie läuft das dann im Team?

Hier muss man mindestens zu viert, meist zu fünft in einer Gruppe springen. Insgesamt springen wir bei der Europameisterschaft „all over“, also alle sechs Disziplinen, doch nicht jeder springt jede. Außer einer im Team fällt aus – zu viert müssten wir jeder alle Disziplinen springen. Wir springen etwa den Double Dutch (bei dem zwei in entgegengesetzte Richtungen laufende Weitspringseile von einem oder mehreren gleichzeitig springenden Spielern gesprungen werden). Das Ganze geht dann auf Schnelligkeit oder auch im Free Style.

Du hast bereits die deutsche Meisterschaft gewonnen. Warst du damit automatisch qualifiziert? Und was passiert, wenn ihr in der Europameisterschaft gut platziert seid?

Da war ich solo in der Altersgruppe 15 bis 17 Jahre. Jetzt haben wir uns als Team „Deutschland“ für die EM qualifiziert. Das war nicht so schwierig, weil wir in der Kategorie „open“ springen, da wir einen Jungen dabei haben – da war die Quali gut zu machen. Die EM wechselt immer pro Jahr mit der Weltmeisterschaft.

Wie beurteilst du eure Chancen in Graz?

Das ist schwierig zu beurteilen, denn wir springen „15+“, also in der Altersgruppe der Erwachsenen. Wir starten ja für Deutschland. Wir fahren alle privat hin mit unseren Familien – da haben wir ein paar Fans dabei.

Hast du eigentlich auch noch Zeit für dich selber?

Es ist schon viel: Montags trainiere ich eine Stunde lang die Anfängerinnen im Verein und danach noch eine Stunde für mich selber; mittwochs dann zwei Stunden. Außerdem immer freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr in Hanau. Also etwa zehn Stunden pro Woche neben der Schule. Ich gehe in der Nell-Breuning-Schule ab August in die 11. Klasse.

Das Gespräch führte Christine Ziesecke

Ein Tipp für alle Fans: Im Live-Stream werden die Wettbewerbe vom 19. bis zum 22. Juli übertragen.

Quelle: op-online.de

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