400 Testobjekte begutachtet

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Welche öffentlichen Gebäude in Rödermark erreichen Rollstuhlfahrer ohne Barrieren?

Rödermark - (lö/chz) - 400 öffentliche Gebäude, Geschäfte, Gaststätten, Arztpraxen, sogar Sportstudios und Toiletten hat der Seniorenbeirat auf ihre Behindertenfreundlichkeit untersucht: Machen Stufen den Zugang schwer oder gar unmöglich?

Sperren schmale Türen Rollstuhlfahrer aus? Lassen sich per Klingel Helfer anfordern? Herausgekommen ist ein gut 160 Seiten starker Stadtführer, den Heinz Weber, der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Wolfgang Geiken-Weigt, Leiter der Sozialen Dienste, und Bürgermeister Roland Kern gestern vorstellten.

Wie groß der potenzielle Leserkreis ist, machte Geiken-Weigt deutlich: 3.623 der 27.000 Rödermärker haben einen Behindertenausweis, mehr als 1.100 davon sind (schwerst) gehbehindert. Der Sozialamts-Chef geht von einer weit höheren Zahl an gebrechlichen älteren Menschen aus, für die ein paar Treppenstufen schnell zum unüberwindlichen Hindernis werden können.

Der Stadtführer für alte und behinderte Menschen in Rödermark gibt es auf der Senioren Rödermark-Internet-Seite.

Nach neun Monaten ausgesprochen mühsamen Schwangerschaft ist ein handliches und äußerst wohlgeratenes Kind auf die Welt gekommen, sagte Heinz Weber. Der Stadtführer, der online auch ständig aktualisiert und verbessert wird, weist auf 160 Seiten den Weg zu über 400 seniorenfreundlichen, barrierefreien oder betreuungsintensiven Gebäuden und Einrichtungen. Detailliert ist die Art des Zugangs beschrieben, ob Parkplätze am Haus vorhanden sind, vielleicht sogar behindertengerecht breit, und - ganz wichtig - ob im Haus eine auch für Nicht-Kunden nutzbare Toilette vorhanden ist.

In seinem Stadtführer hat der Seniorenbeirat halb Rödermark untersucht.

Dazu kommen Adressen und Kontaktdaten. Alles wurde in wirklich mühevoller Kleinarbeit von Heinz Weber und fünf weiteren Mitgliedern des Seniorenbeirats gemeinsam mit den Sozialen Dienste gesammelt und sortiert, korrigiert und nochmals abgefragt und schließlich von Herbert Schneider so gut mit Werbepartnern abgedeckt, dass die erste Auflage praktisch kostenlos erscheinen konnte. Zu erhalten ist das Büchlein gegen eine Schutzgebühr von einem Euro in allen Seniorenkreisen, bei städtischen und sozialen Einrichtungen, auf der „Uhiga“ in Urberach und bei allen Werbepartnern.

Die Vorworte von Bürgermeister über Kreisbeigeordneten und Hessischen Minister für Familie und Gesundheit bis zu Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bringen es alle auf den Punkt: Die Infrastruktur unserer Städte hinkt häufig dem Wunsch der immer älter werdenden Bürger auf mehr und längere eigene Mobilität hinterher.

 Dieser in der Umgebung einzigartige Führer hilft da weiter, wo einfache Informationen oft den Alltag erleichtern können und hat bei der Recherche sicher auch viele öffentlich zugänglichen Orte zum eigenen Hinterfragen angestoßen: „Wo können wir noch mehr tun, um alten- und behindertengerecht ausgerüstet zu sein?“ Und allein die Tatsache, dass 27 öffentlich nutzbare Toiletten, davon zehn rollstuhlgerecht, ausgewiesen werden, hilft vielleicht so manchem Bürger über ein kleines, aber drängendes Problem hinweg.

Quelle: op-online.de

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