Projektpaten und Verwaltung suchen Schulterschluss mit Bürgern

Thema Sauberkeit: Stadt alleine schafft es nicht

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Auch Kinder hatten Wünsche formuliert, wie sie sich ihre Stadt vorstellen. Am Mikrofon trugen sie diese vor.

Rödermark - Wie kann Rödermark sauberer werden? Darum drehte sich ein Stadtgespräch unter Beteiligung von Verwaltungsspitze, engagierten Ehrenamtlern und Bürgern.

Hecken, Büsche und Sträucher, die in die Gehwege hineinwachsen, vermüllte Grundstücke, für die sich offensichtlich niemand zuständig fühlt, Hundekot allenthalben, Dauerparker, die verhindern, dass gekehrt werden kann, Müllablagerungen rund um die Container, Nachbarn, die ihren Pflichten nicht nachkommen – in Sachen Ordnung und Sauberkeit in der Stadt waren es vor allem die unschönen Dinge im persönlichen Umfeld, die den fast 100 Bürgerinnen und Bürgern beim Stadtgespräch am Montagabend unter den Nägeln brannten.

Unter der Überschrift „Sauberkeit – liebenswertes Rödermark“ hatten Bürgermeister Roland Kern und das Team des Stadtleitbildprojekts „Initiative liebenswertes Rödermark“ in die Kulturhalle eingeladen. Die Gastgeber auf dem Podium und Moderator Alfons Hügemann von der städtischen Wirtschaftsförderung hatten sich aber nicht nur mit negativen Beispielen auseinanderzusetzen. Es gab Lob für das Engagement vieler Bürger, etwa der Grünpaten, und die Bemühungen der Stadt sowie konkrete Vorschläge, die aufgegriffen werden sollen.

Mit Bürgermeister Kern waren sich alle einig, dass es die Stadtverwaltung alleine nicht schaffen kann, dass es nur gemeinsam mit den Bürgern geht. Eine schöne Formulierung fand einer von ihnen: „Wir Bürger sind die Stadt!“ Ziel der Veranstaltung war es, den Bürgern das Leitbildprojekt vorzustellen und über erste Ergebnisse zu informieren. Und vor allem: die Bürgerschaft zu sensibilisieren, Öffentlichkeit für das Thema zu schaffen, ein Bewusstsein für die Ziele zu entwickeln und so eine positive Entwicklung in Gang zu setzen.

Bilder: Frühlingsmarkt in Rödermark

Für das Projekt hatten sich Anfang 2016 Akteure aus den Quartiersgruppen in Rödermark – Interessengemeinschaft lebenswerter Ortskern Ober-Roden (IGOR), Quartiersgruppe Urberach, Quartiersgruppe Waldacker und Initiative „Wir sind Breidert“ – zusammengeschlossen und eine Vision für ein „liebenswertes Rödermark“ entwickelt. Projektpate Karlheinz Weber von der Breidert-Initiative lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt, sprach von einer „offenen, ehrlichen Arbeit auf Augenhöhe“. Rödermark sei zwar „nicht versifft“, es gebe viele schöne Ecken, saubere Straßen, die meisten Bürgerinnen und Bürger würden ihren Pflichten nachkommen. „Aber es ist eben nicht überall so, und hier gilt es anzusetzen“.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit, mehr Information, Infostände bei Veranstaltungen, Präventionsarbeit, Müllvermeidung forcieren, Projekte an den Schulen – das waren auch Forderungen aus dem Publikum. Vorgeschlagen wurden aber auch kleine Maßnahmen, die einiges bewirken könnten: Mülleimer mit kleineren Öffnungen oder mit Deckeln, mehr Mülleimer an den Bänken im Stadtgebiet. Beifall fand die Forderung, uneinsichtigen Grundstückseigentümern Ersatzvornahmen anzudrohen und gegebenenfalls das Beschneiden der Hecken in Rechnung zu stellen.

„Wir wollen es mit Aufklärung, Appellen und Aktionen in der Öffentlichkeit versuchen“, betonte Karlheinz Weber. „Aber wenn es nicht anders geht, dann muss man gesetzeswidriges Verhalten auch mal sanktionieren.“ Weber konnte erste Erfolge der Leitbildgruppe vermelden: Es gebe Zusagen von Unternehmen und Märkten, auch an das eigene Grundstück angrenzende Flächen mit zu reinigen und herumliegenden Müll zu entsorgen.

Webers Fazit gegen Ende des Stadtgesprächs: „Wir haben mit dieser Veranstaltung und mit unserem Flyer, der überall verteilt wurde, eine Basis geschaffen, die Bewusstseinsbildung ein klein wenig in Gang gesetzt. Wir können nicht versprechen, dass wir alle Probleme lösen, aber wir werden uns um alle Probleme kümmern!“

Gedanken um Sauberkeit und Ordnung in der Stadt hatten sich auch Kinder gemacht. Im Rahmen eines Beteiligungsprojekts hatten sie ihre Ideen für eine kinder- und jugendgerechte Stadt formuliert, zusammen mit Stephie Grabs von der städtischen Jugendabteilung trugen ein Junge und ein Mädchen vor, was sie sich wünschen: etwa Plätze ohne Hunde, mehr Natur, dass die Autofahrer die Motoren ihrer Fahrzeuge ausschalten, wenn sie am Bahnübergang stehen. Dafür wollen sie auch selbst Verantwortung übernehmen: mit einer Grünpatenschaft und mit Aktionen.

Bürgermeister Roland Kern dankte Weber und seinen Mitstreitern für ihr Engagement. Es sei wichtig, dass die Probleme angesprochen würden und dass man gemeinsam nach Lösungen suche. Auch Erster Stadtrat Jörg Rotter zog ein positives Resümee: „Es war gut, dass man sich ausgetauscht hat. Wir nehmen die Anregungen und konkreten Hinweise mit.“ (bp)

Quelle: op-online.de

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