Wollpullover und Daunenjacken

Rödermark - Die meisten Tiere in Ställen, Pferchen und auf Koppeln kommen mit Schnee und Frost gut klar - nicht nur dank Mutter Natur. Von Michael Löw

„Pferde fühlen sich jetzt wohler als im Sommer bei 30 Grad“, versichert der Urberacher Landwirt Karlo Geis.

Alfons Köhls Schafe können auch mal zickig sein: Trotz des dicken Wollpullis von Mutter Natur ziehen sie sich während dieser kalten Tage in den warmen Stall zurück und lassen sich nur mit Leckerlis nach draußen locken. Am Samstag dagegen, als Tief „Daisy“ den Schnee nur so rieseln ließ, blieben etliche Tiere auf der Wiese hocken, bis nur noch der Kopf aus der weißen Pracht ragte. Dass der Ober-Röder Schäfer Mitte Januar noch kein einziges Lamm im Stall hat - voriges Jahr waren‘s fast 30 - liegt aber nicht am Wetter. Bock „Felix“ kam seinen Pflichten im Herbst nur etwas später nach.

Hühner und Enten sammeln Kraft für Legephase

Für empfindsame Hundepfoten empfiehlt Siegfried Overländer ein Schutzbalsam auf Vaselinebasis. Sonst kann Streusalz die Haut aufreißen. Beagle „Susi“, derzeit Gast in der Tierpension von Angelika und Siegfried Overländer, geht bei Minustemperaturen nur mit Mäntelchen Gassi. Nackthunden zieht Overländer gar einen Doppelmantel an.

Amerikanische Pekingenten watscheln mit Vergnügen durch den Schnee.

Wer von Klein auf mit dicken Daunen gepolstert ist wie diese Amerikanischen Pekingenten, watschelt mit Vergnügen durch den Schnee. Mario Luther, der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Urberach, muss im Winter aber energiereicheres Futter als im Sommer ausstreuen. Trotz Extrakalorien legen die Hühner im Nachbarstall nur spärlich Eier. Das ist zwar bitter für ihren hungrigen Besitzer, doch den Tieren tut‘s gut. „Die erste Hälfte des Winters ist auch eine Erholungsphase für die Hühner. Da sammeln sie Kraft für den Beginn der Legephase Ende Januar/Anfang Februar“, erklärt Luther. Noch länger dauert es, bis die Pekingenten Eier legen. Deren innere Uhr tickt so wetterempfindlich, dass sie erst nach dem allerletzten Frost damit anfangen.

„Nicht aus Hunger, sondern aus Langeweile.“

Beagle „Susi“ ist derzeit Gast in der Tierpension von Angelika und Siegfried Overländer.

Pferde fühlen sich jetzt wohler als im Sommer bei 30 Grad“, versichert der Urberacher Landwirt Karlo Geis. Auf seinem „Birkenhof“ rund 30 Rösser stehen - tagsüber fast nur auf der Koppel. Probleme bereitet lediglich die Wasserversorgung, denn nur schlaue Pferde finden die frostfeste Freilufttränke auf Anhieb.

Alle anderen schlecken erst mal Eis. Pferde, die im Schnee nach Futter fühlen, vergleicht Geis gern mit Menschen, die abends vor Fernsehen Chips knabbern: Beide tun‘s nicht aus Hunger, sondern aus Langeweile. Decken bekommen die Tiere auf dem „Birkenhof“ nur, wenn sie zuvor geritten wurden und noch nachschwitzen. Das Fell passt sich ansonsten winterlichen Temperaturen an.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Löw

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