Schreinerei Nowak besteht 50 Jahre

Tischlern ist Handwerk und Philosophie

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Die Schreinerei Nowak hat sich in 50 Jahren breit aufgestellt und restauriert auch alte Möbel: Selbst am Holzhammer muss Tischlermeister Jürgen Nowak Fingerspitzengefühl beweisen.

Ober-Roden - Die Schreinerei besteht seit 50 Jahren, der Spielwarenladen kämpft um den Titel des besten Fachgeschäfts in Deutschland. Die Handwerkerfamilie Nowak hat allen Grund zum Feiern. Von Michael Löw 

Breit aufgestellt ist die Ober-Röder Schreinerei Nowak im 50. Jahr ihres Bestehens. Die Inhaberfamilie entwirft und fertigt Möbel und ganze Räume, baut Holzspielzeug und hält ein aussterbendes Handwerk am Leben: Sie restauriert alte Schränke, Anrichten und Tische. Ein Spielwarengeschäft - natürlich mit breitem Holzsortiment - ist das zweite Standbein. Walter Nowak machte sich im November 1967 mit einer Schreinerei selbstständig. Die Liebe zu diesem Beruf ist offenbar erblich, denn fünf seiner sechs Kinder lernten das Tischlerhandwerk. Alle drei Söhne legten die Meisterprüfung ab, auch ein Enkel arbeitet schon in der Werkstatt mit.

Zusammen mit seinem Vater, dem Firmengründer Walter Nowak, wurde er von der Kreishandwerkerschaft Offenbach und der Handwerkskammer Rhein-Main für das Firmenjubiläum geehrt.  

Walter Nowaks jüngster Sohn Jürgen ist seit 1996 Tischlermeister und führt das Familienunternehmen in der Senefelderstraße zusammen mit seiner Frau Bettina. „Wir bauen Natur in Möbel ein“, umschreibt Jürgen Nowak seine Philosophie und meint damit weit mehr als nur die Verarbeitung des Naturmaterials Holz. Die Tische haben gelegentlich die Form eines Blattes, die Möbeloberflächen betonen die Strukturen des Werkstoffs.

Sonderanfertigungen sind eine Spezialität der Schreinerei. Dabei kommt Jürgen Nowak der Beruf seiner Frau zugute: Bettina Nowak-Gorr ist Innenarchitektin. Sie hat zum Beispiel ein Ankleidezimmer entworfen, das an Schienen scheinbar schwerelos von der Decke schwebt. Auch die Einrichtung einer Ober-Röder Arztpraxis trägt ihre Handschrift.

Jürgen Nowak ist in Sachen Handwerk der Kopf, sein Neffe Andreas Preußer-Viereck „die Hand, die alles umsetzt“. Für ein Jügesheimer High-Tech-Unternehmen hat die Schreinerei einen Besprechungstisch gebaut. Aus der Tischplatte fährt eine Projektionsfläche hoch, auf der Pläne und Bilanzen präsentiert werden können - Laptop-Anschlüsse für alle Konferenzteilnehmer inklusive.

In einem Ober-Röder Kinderzimmer steht ein Minikino mit fünf gepolsterten Logen und ausklappbaren Getränkehaltern. So ein Möbel braucht Zeit. Von der Idee bis zum ersten Film vergingen drei Monate.

Die Schreinerei Nowak ist ein Drei-Mann-Betrieb. Chef Jürgen Nowak stimmt nicht in den Chor jener Handwerker ein, die das Klagelied vom Fachkräftemangel singen. Er bildet zwei Lehrlinge aus: Erik Pasedag als Schreiner, Kevin Ballé als Einzelhandelskaufmann.

Wie werde ich Tischler/in?

Im April 1999 eröffneten die Nowaks neben der Werkstatt ihren Spielzeugladen, auch hier liegt der Schwerpunkt auf Holz. Die Idee hatte eine Kundin geliefert, die Spielmöbel für einen Kindergarten abholte. Wenn Nowak doch schon Spielsachen repariere, könne er doch auch welche verkaufen, schlug die Frau vor. Eine kleine Theke in der Küchenmöbel-Ausstellung machte den Anfang.

Schon bald räumten Bettina Nowak-Gorr und Jürgen Nowak die Küchenschränke raus und bauten Regale für Spielsachen ein. Auf gut 100 Quadratmetern entstand ein Laden, in dem auch Erwachsene nach ein paar Minuten zum Kind werden. Die Auswahl lässt so gut wie keine Wünsche offen, denn die Inhaber profitieren von der Erfahrung einer Großfamilie: Jürgen Nowak ist zwölffacher Onkel.

Quelle: op-online.de

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