Anklage gegen Sicherheitsdienst-Mitarbeiter

Tödliche Verfolgungsfahrt: Wachmann vor Gericht

Ober-Roden - Der Tod eines Einbrechers am Ostersonntag 2016 wird jetzt vor Gericht aufgerollt. Angeklagt ist der 32-jährige Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der den Mann mit seinem Auto überfahren hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor.

Einbrecher hatten am frühen Morgen des 27. März in einem Autohaus in der Carl-Zeiss-Straße Alarm ausgelöst. Der Sicherheitsdienst schickte einen Wachmann nach Ober-Roden, der dort ein aufgebrochenes Auto entdeckte und daraufhin das weitläufige Gelände mit seinem Pkw kontrollierte. Dabei, so die ersten Ermittlungen der Polizei, sei ein 40-jähriger Litauer zwischen den abgestellten Autos hervorgerannt und erfasst worden. Die Verletzungen waren so schwer, dass er auf dem Weg ins Krankenhaus starb.

Die Staatsanwalt leitete ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein - das ist Routine in solchen Fällen - und ließ das nächtliche Geschehen nachstellen. Untersucht wurden vor allem die Lichtverhältnisse morgens um halb vier.

Nach fast einem Jahr erhob sie jetzt Anklage wegen Totschlags, ein weit schwerer Vorwurf. Der Wachmann habe bei seiner Kontrollfahrt zwei Verdächtige bemerkt, die die Flucht ergriffen. Sie versuchten, über einen Zaun auf das Nachbargrundstück zu kommen. Der Angeklagte, so die Staatsanwaltschaft, verfolgte das Duo und durchbrach mit einer Geschwindigkeit von 35 Stundenkilometern den Zaun. Dabei erfasste er den 40-Jährigen und überfuhr in vollständig. Der mutmaßliche Autoknacker erlitt „zahlreiche Verletzungen an Kopf, Brustkorb und im Bauchraum, an denen er verstarb“, steht in der Anklageschrift.

Der Totschlag-Prozess vor der 11. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt beginnt am 19. April und soll am 25. und 26. April fortgesetzt werden. (lö)

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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