Trauerhalle oben offen

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 Meist waren‘s jedoch Bäume, die der Sturm entwurzelte und wie hier in der Königsberger Straße gegen Häuser drückte. 30 Urberacher Feuerwehrleute arbeiteten zwischen 13.40 und 18.30 Uhr 21 Unwettereinsätze ab.

Rödermark ‐ 54 Sturmeinsätze steckten den Männern und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Roden am Sonntagabend schon in den Knochen, da lösten die Piepser noch einmal Alarm aus. Von Michael Löw

Feuer in Waldacker, hieß es um 20.08 Uhr. Im Tannenweg hatte offenbar eine defekte Stereoanlage die Einrichtung eines Schlafzimmers in Brand gesetzt. 20 Mann hatten die Flammen schnell gelöscht, die Wohnungsinhaberin musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Ansonsten weist die „Xynthia“-Bilanz von Stadtbrandinspektor Waldemar Schrod „das ganz Spektrum auf, was uns bei so einem Sturm normal beschäftigt“. Ab 13.25 Uhr gingen die Alarme im Drei-Minuten-Takt ein: umgestürzte Bäume, bedrohlich wackelnde Bäume, herum fliegende Ziegel, Straßenschilder und Reklametafeln. Kurz hinter der Triftbrücke hatte der Sturm Bäume auf die Gleise der Dreieichbahn gedrückt. Da die Strecke aber nicht elektrifiziert ist, war sie - im Gegensatz zur S 1 bei Dudenhofen - schnell wieder frei geräumt.

Die Urberacher Feuerwehr hatte zwar nur 21 der 75 „Xynthia“-Einsätze abzuarbeiten; das aufgerissene Dach der Trauerhalle dürfte jedoch der größte materielle Schaden sein.

37 Mal musste die Ober-Röder Feuerwehr am Sonntag zu Säge-Einsätzen ausrücken. Der Wetterdienst hatte die Rödermärker Wehren nach Auskunft von Stadtbrandinspektor Waldemar Schrod bereits am Samstagabend vor dem drohenden Unwetter gewarnt. Schlimmere Auswirkungen hatte der Sturm in Urberach. Im Spessartring stürzte ein Baum auf eine 45-Jährige. Die Frau kam mit mehreren Beinbrüchen ins Krankenhaus. „Sie entging nur knapp einem tödlichen Unfall“, berichtete Feuerwehrsprecher Matthias Göbel. Dank ihrer schneller Reaktion wurde der Kopf „nur“ von den Ästen gestreift, das Schlimmste bekamen die Beine ab.

Den größten Schaden meldete die Feuerwehr vom Friedhof. Orkanartige Böen hatten das Bitumendach der Trauerhalle aus seiner Verankerung gerissen. Etliche Quadratmeter Platten stürzten zu Boden.

Die Kommunalen Betriebe wollen die Löcher heute zumindest provisorisch schließen, der Dachdecker ist für Donnerstag bestellt. Die Halle kann trotzdem für Trauerfeiern genutzt werden, sagte KBR-Chef Wolfgang Mieth nach einem Ortstermin gestern Nachmittag.

Quelle: op-online.de

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