Traumfabrik produziert Ideen

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Gemalte Zukunft: ein Idealbild, wie Waldacker aussehen könnte.

Waldacker (chz) - Ein Herz im Grünen, umrahmt von zwei Umgehungsstraßen; sie ermöglichen, die B 459 mit Schranken zu sperren und zur Spiel- oder Rollator-Straße umzufunktionieren. Mitten im Herzen ein Bürgertreff, ein kleiner Musikpavillon, ein kleiner See – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

Dies ist eines der Ergebnisse, wenn man Waldackerer träumen lässt, wie sie sich ihren Ortsteil wünschen. „Das ist ja Illusion, das geht ja gar nicht!“ Dieser Satz zog bei der Zukunftswerkstatt im Bürgertreff nicht: Zwei Tage war alles erlaubt, Argumente wie Geld, Personal, Planungsrecht oder Machbarkeit blieben außen vor.

Vorausgegangen war eine Kritikphase, in der 25 Teilnehmer zwischen 28 und Mitte siebzig Jahren gesammelt hatten, was ihnen missfällt. Waldacker ist im Prinzip eine ansprechende Wohngegend, doch mangelnde Treffpunkte und eine lückenhafte Infrastruktur machen den Stadtteil zur Schlafstätte.

Der Aufruf der Sozialen Dienste der Stadt und des Seniorenbeirats, sich in einer Zukunftswerkstatt Gedanken über Veränderungen zu machen, hatte schon im Breidert eine Lawine angestoßen. Nun wurden im Bürgertreff unter der Regie der Politikwissenschaftlerin Gerda Holz sowie von Wolfgang Geiken-Weigt, dem Leiter der Sozialen Dienste, Heinz Weber, dem Vorsitzenden des Seniorenbeirats, und Kita-Leiterin Ria Keller-Wettermann Visionen entwickelt.

Auf Machbarkeit überprüft

Sie wurden auf ihre Machbarkeit – unter dem Aspekt der Selbstverwaltung – abgeklopft. Rasch kristallisierten sich kurzfristig umsetzbare, kleinere Veränderungen heraus und langfristige, die immer wieder anzustoßen sind. Generell teilen sich die Wünsche in den Bereich soziales Miteinander – allem voran ein bürgerfreundlicherer Bürgertreff - und in Infrastruktur, die wiederum im Verkehr und in fehlenden Einkaufsmöglichkeiten ihre wichtigsten Kritikpunkte hatte. Gibt es die Möglichkeit, Obst-, Gemüse- oder Fischstand zu regelmäßigen Zeiten zu organisieren?

Immer wieder tauchte die Frage der Information auf: Wie erfahre ich etwa vom mobilen Verkaufsstand, der die Wingertstraße bereits anfährt, oder vom Theaterbus, der in Waldacker hält? Eine zentrale Litfasssäule könnte Abhilfe schaffen. Dreh- und Angelpunkt war auch hier immer wieder der Bürgertreff, der offener und geselliger werden müsse – ein ständig freier Raum mit Zeitungen, Spielen, Kaffeemaschine und Internet-Zugang wäre da schon ein guter Anfang.

Großer Wunsch war ein Fest, wie es früher die Bürger an zentraler Stelle gefeiert haben. Aussicht auf Erfolg hat ein Ehrenamtlichen-Fahrdienst, vor allem für Anschlussfahrten zu den öffentlichen Verkehrslinien oder Krankenhausbesuchen, und das nicht nur für Senioren.

Am 6. Dezember und von da an immer am ersten Dienstag jedes Monats starten im Bürgertreff regelmäßige Treffen aller Interessierten an Waldackers Entwicklung. Bürgermeister Roland Kern versprach wohlwollende Unterstützung, vor allem bei der breiteren Nutzung des Bürgertreffs.

Quelle: op-online.de

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