Treibball-Turnier der Hundefreunde

Wenn Bello auf Bällejagd geht

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Soviel Spielzeug wie beim ersten Treibball-Turnier haben auch verwöhnte Hunde selten.

Waldacker - „Langweilst Du Dich noch, oder treibst Du schon?“, steht auf einer Handtasche und verkündet gestickt das Motto des ersten Treibball-Turniers beim Club der Hundefreunde Waldacker. Von Susanne Heydecke

Mit 29 Hunden aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich ist es der bislang größte Wettkampf in dieser neuen Sportart in Deutschland. Das mag daran liegen, dass dieser Trendsport noch relativ unbekannt ist. Beim Treibball bugsiert der Hund große Gymnastikbälle über ein Spielfeld ins Tor, während der Mensch ihn durch Zurufe und Gestik dirigiert. Zusatzpunkte erkämpfen die Teams, indem der Hund zuerst den Ball an der Spitze eines Dreiecks anspielt und ins Tor bringt, ähnlich wie beim Billard. Zeitstrafen gibt es, wenn der Ball aus dem Spielfeld rollt, der Hund übermäßig bellt oder bei einem Handspiel des Menschen im Torraum. Platzt der Ball, führt dies zur Disqualifikation. Doch dieses Schicksal blieb den Teilnehmern in Waldacker erspart.

Anja Jakob von der Hundeschule „Click’n’Trick“ in Landsberg am Lech erklärt die Vorzüge des jungen Sports: „Treibball ist für Hunde jeden Alters und Rasse geeignet und erfordert weder von Tier noch Mensch besondere Fähigkeiten“. Auch vierbeinige Senioren und Hunde mit Handicap können mitmachen, wie der fast taube Rüde Benji eindrucksvoll bewies. „Während Agility nur im Sommer möglich ist, sind wir beim Treibball witterungsunabhängig. Die Bälle rollen auch in Schnee und Matsch“, schwärmt die aus Sprendlingen stammende Hundetrainerin weiter.

Schnuppertraining in der Mittagspause

In der Mittagspause des Turniers hatten die Zuschauer die Möglichkeit eines kurzen Schnuppertrainings - ein Angebot, das sich einer großen Nachfrage erfreute. Donate Steininger aus Heusenstamm übte mit Boardercollie „Kira“ das Umrunden eines Gegenstandes und erhielt fachlich fundierte Ratschläge. Treibball kennt die erfahrene Hundehalterin aus dem Internet und einem Lehrbuch, „doch mit praktischer Unterstützung geht es besser“, freute sie sich über diese Gelegenheit. Erfahren in Hundesportarten wie Flyball ist Kai Markowitz aus Nieder-Roden, der sich mit seiner „Josie“ probierte, den ungewohnt großen Ball vom Fleck zu bewegen. „Josie ist zuhause so ballgeil, da müssen wir das mal ausprobieren“, beschrieb er seine Motivation. Veronika von Messling aus Langen erklärte ihre Neugier auf diesen neuen Sport mit der Anatomie ihrer Boxer „Clark“ und „Mac“: „Mit den kurzen Nasen sind sie wohl prädestiniert, Bälle zu schieben.“

Ein ganz anderer Grund führte Annemarie Jakob aus Sprendlingen aufs Gelände des Clubs für Hundefreunde. „Ich wollte meine Tochter wieder sehen und mal schauen, was sie gerade macht“, erzählte sie von ihrer familiären Verbindung zur Veranstalterin, und nahm mit Mischlingshündin „Bruni“ am Schnuppertraining teil. „Bruni ist etwas zickig“ charakterisierte sie ihre vierbeinige Begleiterin, die aus dem Tierschutz von Teneriffa zu ihr gekommen ist. Aber diese einfachen Übungen könne sie ich auch in ihrem gesetzten Alter noch mit ihr trainieren.

Treibball-Turnier der Hundefreunde Waldacker

Treibball-Turnier der Hundefreunde Waldacker

Die Begeisterung am neuen Trendsport kann beim Club der Hundefreunde Waldacker gelebt werden. Uwe Klostermann und Karin Ott bieten seit März dienstags und samstags Treibball-Training an. Neugierige sollten vorher jedoch unbedingt ein Schnuppertraining absolvieren. Wer diese Gelegenheit beim Turnier verpasst hat, kann dies bei einem der vierteljährlichen Termine nachholen. „Engagierte Mitglieder sind bei uns immer gerne gesehen“, erzählte der Trainer, der sichtlich stolz auf die reibungslos verlaufene Turnier- Premiere war - ermöglicht durch viele fleißige Helfer und eine gute Organisation.

„Unser Training macht Spaß und ist abwechslungsreich. Einfache Basis-Übungen verpacken wir in Variationen von Mensch-Ärger-Dich-nicht, bei dem die Hunde Bälle als Spielfiguren bewegen und mit einem Schaumstoffwürfel selbst die Anzahl der Felder ermitteln. Auch Völkerball setzen wir als Trainingsspiel ein“, gab Uwe Klostermann einen Einblick in das umfangreiche Wissen, das ihm Anja Jakob in Lehrgängen vermittelt hatte. „Es muss Spaß machen, dem Menschen und dem Tier, denn die Stimmung des Menschen wirkt maßgeblich auf den Hund“, ist er sich mit der Turnierausrichterin einig. Langeweile hatte beim Treibball-Turnier keine Chance, bewahrheitete sich die Stickerei auf der Tasche. Das bewies die Spaßetappe des Turniers, bei dem die Hundehalter im WM-Outfit mit ihren Vierbeinern um die Wette kickten.

Quelle: op-online.de

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