Plädoyer fürs gedruckte Wort

Trinkbornschule betreibt Leseförderung auch außerhalb des Unterrichts

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Die Sieger aus den zweiten Klassen durften sich im Treppenhaus des Bücherturms mit den Texten des Wettbewerbs vertraut machen. Für die Drittklässler der Trinkbornschule ging’s dagegen hinter den dicken Türen des „Rothaha“-Saals gleich zur Sache. Sie kannten die Geschichte, die sie vortrugen, nicht.  J Fotos:

Ober-Roden - Büchereibesuche sogar nachts, Bibliotheks-Führerschein und Vorlesewettbewerbe: Die Trinkbornschule tut parallel zum Unterricht einiges, um Kinder ans Buch zu bringen.

Lesekompetenz stärken heißt das im europäischen Bildungsbarometer, den immer wieder zitierten PISA-Studien. Wie kommen Drittklässler mit unbekannten Texten zurecht? Diese Herausforderung mussten gestern beim Vorlesewettbewerb der Trinkbornschule die Klassensieger meistern. Entgegen mancher Vorurteile saßen in der erlesenen Runde etliche Jungs. Lehrerin Christa Dummer drückte den Kindern eine Mensch-Katzen-Geschichte in die Hand und schickte sie nacheinander ans Pult. Drei Minuten hatten die Drittklässler Zeit. Eine Jury bewertete Textsicherheit, Betonung, Aussprache und ähnliche Kriterien.

Im Jurorenteam saßen nicht nur Erwachsene. Mia Greeb aus der Klasse 4 b hat voriges Jahr noch am Wettbewerb teilgenommen. Jetzt gab sie ihr Urteil ebenso ab wie Lesepatin Doris Heise-Lück, Bücherturm-Chefin Brigitte Stenske und Ursula Roebke vom Förderverein. Der hatte 100 Euro für die Siegerpreise gestiftet. Das „Treppchen“ im Dreier-Jahrgang war überwiegend männlich besetzt: Gernot Wingenfeld siegte vor Helen Bittner und Tom Küpper.

Die Sieger aus den sechs zweiten Klassen hatten’s etwas leichter als die Großen. Referendarin Vanessa Reiml setzte sich mit den Kindern vor die Türen des „Rothaha“-Saals und ging die Texte mit ihnen durch. Hier stimmte das alte (Lese-)Rollenbild wieder. Isabelle Eyssen verwies Niklas Keim und Minou Adjili auf die Plätze zwei und drei. Aufs gleiche Ergebnis kam die Jury auch bei den Viertklässlern: Mathilda Scholler, Linus Immenroth, Lina Lieberuks. Doch egal, wie viel Arbeit die Grundschulen in die Leseförderung stecken: Kaum sind die Kinder in die fünfte oder sechste Klasse gewechselt, lassen viele von ihnen Bücher links liegen. Dieser Trend macht Bibliotheksleiterin Stenske schon seit Jahren Kummer - bei Jungs ebenso wie bei Mädchen. (lö)

OP auf der Buchmesse in Frankfurt: Bilder

Quelle: op-online.de

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