TS-Frauenfastnacht in der Kulturhalle

Frauen in der Glitzerwelt

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Ob glitzernde Eisprinzessinnen, kuschelige Bienchen, Zwerg oder Hexe: die 950 Fastnachterinnen im Saal waren phantasievoll kostümiert. 

Ober-Roden - Frauen sind einfach anders - als Männer zum Beispiel. Das weiß eigentlich jedermann, aber es fällt spätestens immer wieder an Damensitzungen in der Fastnachtszeit auf, wenn sie unter sich sind. Von Christine Ziesecke 

Die Zockermetropole Las Vegas hat"s den Elferrätinnen der Turnerschaft Ober-Roden angetan: Hinter Spielautomaten führten Tina Köhl und Corinna Kuhn durch ein Programm, in dem Männer nur bedienen und unterhalten durften.

Da können sie plötzlich locker, gelöst, unverkrampft sein, da zeigen sie Mut zur Ausgelassenheit, zur Hässlichkeit und zur Nähe, sie tanzen auf Tischen und Bänken, wenn sie von der Bühne herab aufgefordert werden. Zu erleben war dies bei der TS-Frauenfastnacht in der Kulturhalle. Rund 950 verkleidete Närrinnen feierten in Las Vegas. Denn dahin lockte der Damenelfer unter der bewährten Leitung von Tina Köhl und Corinna Kuhn seine Gäste. Männer hatten nach bewährter Fastnachtstradition zu dienen oder zu belustigen - die TS-eigenen Herren taten dies auf beiderlei Art und Weise: Sie sorgten sich von der Hilfe bei der Platzsuche bis zu Garderobe und zum Sekt um die holde Weiblichkeit, aber sie erheiterten auch - und das vom Feinsten bei ihrem Mottotanz.

Der führte auch das Männerballett der TS in die glanzvolle Zockerstadt wo vor allem die Henne im Korb - Bert Dreher als „Fergie“ – am rechten Platz war. Doch auch die TS-Frauen waren als Marschgruppe „Die roten Garde“ mit einem schwungvollen Polka-Medley zum zweiten Mal dabei. Eigenes Blut gab"s natürlich auch auf der mit Spielautomaten dekorierten Elferbühne - allen voran „die Dolle“, Corinna Kuhn, die die Fortsetzung ihres großen Problems schilderte: „Ich hab ihn immer noch! Ich krieg ihn net los!“ Natürlich war von ihrem Ehemann die Rede, den sie zum Hochzeitstag vorsichtshalber ans Bett fesselt – wollte sie doch schließlich zur Damensitzung! „Siehst du dein’ Mann im Sumpfe winken: wink zurück und lass ihn sinken!“

Damensitzung: Fastnacht nur für Frauen

Damit „frau“ sich wohlfühlte an „ihrem“ Abend, brauchte es neben deutlichen Worten aber auch noch mehr Männer auf der Bühne. Besonders gern gesehen waren da natürlich die Nummern-Boys mit ihren lasziv vorgetragenen kleinen Auszieh-Einlagen: Darauf wartet „sie“ doch schon ein ganzes Jahr lang! Lecker anzuschauen waren auch die als Gäste über die Bühne wirbelnden Männerballetts, etwa die Matrosen, die erstmalig von der TGS Seligenstadt über die Rodau angeschippert kamen, oder die schon seit Jahren erwarteten „Schlabbedabbers“ aus Aufenau, die dieses Jahr als höchst merkwürdige Clowns eine grandiose Geburtstagsshow abzogen.

Und die „Taktlos“-Bauarbeiter aus Giesem, dem benachbarten Jügesheim, die mit lebenden Mörtel- und Zementsäcken und mit umwerfendem Hüftschwung die Bühne bebauten. Auch die teils weit gereisten Travestiegäste, Comedian Lilli aus Kassel und Elke Winter vom Nürnberger Revuetheater, brachten die rechte Fastnachts-Erotik in den Saal. Erwin Bloth schaffte es mit seinen Coverversionen und natürlich auch wieder als Marius Müller-Westernhagen, die Frauen zum Mitsingen zu bringen.

Musikalisch immer schon ab der Eingangstür das Zugpferd schlechthin: Denis Krumb, der mit Ohrwürmern auf teils eigene Texte die gut 950 Frauen zum Kreischen brachte, bis alle auf den Bänken tanzten und mit ihren Schuhen winkten. Und auch die nächste Damensitzung der TS ist schon in trockenen Tüchern. Fast alle Frauen nutzten in der Pause die ausliegenden Vorbestellungen fürs kommende Jahr und freuen sich jetzt 360 Tage auf bedienende und tanzende Männer.

Quelle: op-online.de

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