Urberacher können schnelle Datenleitungen ab Montag bestellen

Turbo-Internet voll im Zeitplan

Rödermark - Die Technik fürs Highspeed-Internet steht wie von der Telekom versprochen bis Ende des Jahres in ganz Rödermark. Von Michael Löw 

Die ersten Urberacher können sogar schon ab Montag die Breitbandanschlüsse buchen, die eine Datenübertragungsrate von bis zu 100 Mbit pro Sekunde möglich machen. Das Interesse der Rödermärker am schnellen Internet ist nach jahrelangem Warten riesig. Mehr als 150 Bürger kamen zum Informationsabend der Telekom in die Kelterscheune - was selbst deren Vertriebsmitarbeiter verblüffte: Das gleiche Thema hatte in Bad Homburg ganze 13 Neugierige gelockt, berichteten sie.

Ende des Jahres soll in ganz Rödermark ein Breitbandnetz mit einer Datenübertragungsrate von 100 Mbit/Sekunde beim Herunter- und 40 Mbit beim Hochladen stehen. Immer mit dem Zusatz „bis zu“, denn die volle Leistung bis zu letzten Rödermärker Computer kann und will die Telekom nicht garantieren. Denn je länger das Kabel ist, desto weniger Leistung kommt am hinteren Ende an.

Regio-Manager Volker Pechmann erläuterte zunächst den Ausbau des Netzes. In Rödermark verlegte die Telekom 15.900 Meter Glasfaserkabel, die an 36 neuen Knotenpunkten enden, den sogenannten Multifunktionsgehäusen. Von dort führen wie alten Kupferkabel zu jeweils maximal 800 Häusern. Mit der Vectoring-Technik peppt die Telekom dieses letzte Stück Leitung aber soweit auf, dass möglichst die volle Leistung beim Kunden ankommt. Rödermark sei bis Ende des Jahres komplett - also zu 98 Prozent - versorgt. Außen vor bleiben abseits gelegene Gebäude wie einzelne Bauernhöfe.

Pechmann legte die Messlatte hoch: 91 Prozent der Rödermärker hätten nach dem Ausbau durch die Telekom mindestens 90 Mbit/Sekunde zur Verfügung, der Rest 50 Mbit aufwärts. Die Bundesnetzagentur schreibt Pechmann zufolge ein Mindesttempo von 54 Mbit vor. Durchschnittlich kämen in den Telekom-Netzen aber 87 Mbit beim Kunden an. In Rödermark sind meist 16 Mbit Standard, in einigen Wohngebieten ist aber schon bei 1,5 Mbit Schluss. Da ist die viel zitierte Datenautobahn höchstens ein Feldweg.

Die ersten Urberacher können ihre Breitbandanschlüsse ab Montag, 16. Oktober, bestellen. In Ober-Roden, Waldacker und Messenhausen ist der Ausbau am 27. Dezember abgeschlossen. „Das Netz ist diskriminierungsfrei“, versicherte Pechmann. Auch die Konkurrenz kann zeitgleich Telekom-Leitungen mieten und ihren Kunden die 100 Mbit-Raten anbieten.

Viele seiner Zuhörer in der Kelterscheune hatten technische Fragen (Funktioniert der alte Router weiter?, Welchen Receiver braucht man für den Fernseher?).

„Wann kann ich ins schnelle Internet?“ lautete indes die am häufigsten gestellte Frage. Der Stichtag 16. Oktober bedeute nicht, dass alle Urberacher ihre neuen Anschlüsse bestellen können, bremste Pechmann. Die Straßen gehen nach und nach ans Netz, den Plan findet man auf der Telekom-Homepage.

In Ober-Roden steht die Technik flächendeckend am 27. Dezember zur Verfügung. Was aber auch nicht bedeutet, dass alle Neujahrsgrüße mit Höchstgeschwindigkeit um die Welt geschickt werden können. Pechmann begründete dies mit einer „Auftrags-Bugwelle“, die Stück für Stück abgearbeitet wird.

„Hält das Netz auch seine volle Leistung, wenn Sonntagsabends alle „Tatort“ schauen, im Internet surfen oder telefonieren?“, wollte ein Skeptiker wissen. Es tut’s, versprach Regio-Manager Pechmann: „Wir haben keine Torte, deren Stücke kleiner werden, wenn mehr Gäste kommen.“

Bilder: Kerb in Urberach

Relativ ausführlich wurde über die Zukunftsfähigkeit des kombinierten Glasfaser-/Kupfernetzes diskutiert. Viele Rödermärker hatten offensichtlich auf Glasfaser vom Verteilerknoten bis ins Haus gehofft. Das hätte nach Aussage Pechmanns aber sieben bis zehn Mal so lange gedauert und hätte auch sieben bis zehn Mal so viel Geld gekostet. Außerdem müssten für die letzten Meter Vorgärten oder Höfe aufgegraben und Wände im Haus aufgeklopft werden.

Wegen der höheren Kosten hätten sich deshalb in Neu-Isenburg nur 20 Prozent der Kunden für einen Glasfaseranschluss entschieden.

Quelle: op-online.de

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