Ohne Stockbrot geht nichts

Der Klassiker ist auf der Kinder- und Jugendfarm in den Ferien der Renner

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Je verfallener, desto beliebter: Das alte Tipi der Kinder- und Jugendfarm wird viel genutzt.

Eigentlich sollte der neue „fliegende Marktstand“ auf dem Gelände der Kinder- und Jugendfarm schon viel weiter sein und bei der gerade ausklingenden Ferienfreizeit schon genutzt werden können.

Urberach – Doch da kam ein Unwetter dazwischen und nun sind die ehrenamtlichen Farmmitarbeiter – überwiegend Vorstände – viele Stunden schon dabei, die entstandenen Schäden wieder zu beheben, geschweige denn den weiteren Ausbau voranzutreiben. Die vielen Rolltore auf der Vorderseite standen bei dem unerwarteten Gewittersturm leider offen und boten eine ideale Angriffsfläche.

Doch es geht auch ohne den fliegenden Marktstand, wie schon seit vielen Jahren. Zwei Wochen lang arbeitete Sozialarbeiterin Jutta Winheim, die hier fast jede Dachlatte und jeden Grashalm kennt, ehrenamtlich als Freizeitleiterin und betreute jeweils rund 22 Kinder auf dem Farmgelände.

Die „Betreuung“ liegt dabei weitgehend im Anregen und Vorschlagen und im Dasein, wenn man gebraucht wird – die Kinder haben hier ansonsten kein Programm, sondern machen gerade das, wonach ihnen zumute ist.

„Wir haben fast jeden Tag Stockbrot gemacht – ohne das geht hier gar nix. Auch wenn es bei weit über 30 Grad im Schatten schon eine Herausforderung ist, am Feuer zu sitzen“, sagt Jutta Winheim schmunzelnd.

Auch Kartoffeln wurden im selbst gebauten Pizzaofen gebacken, Porzellan wurde bemalt, das jetzt in einem Töpferofen gebrannt wird, und erstmalig wurde Seife gegossen, was den Kindern großen Spaß gemacht hat.

Zucchini und Kohlrabi wurden auf dem eigenen Gelände geerntet; die Kartoffeln brauchen noch eine Weile. Neues und Bewährtes ergänzen sich im Angebot, denn natürlich geht’s auch nicht ohne Hämmern und Sägen und Streichen.

„Für die meisten Kinder ist der Hüttenbau hier immer das Wichtigste“ Das sind einfach jene Spielbereiche, die zuhause zumeist nicht möglich sind.

Ein Problem war die kurzfristige Absage einer Betreuungskraft direkt zum Start der Ferienspiele – doch Jutta Winheim kennt viele der Kinder schon lange und gut und „beförderte“ kurzerhand Finn (13) und Ilayda (14) zu Hilfsbetreuern: Eine schöne Aufgabe, die sofort mit Herzblut in Angriff genommen wurde und entsprechendes Selbstbewusstsein verleiht, da es gilt, Verantwortung zu übernehmen.

Besuch kam immer wieder mal vorbei, Omas und Opas, Eltern oder Geschwister, die einfach schauen wollte, ob‘s hier so schön ist, wie die Kinder abends zuhause erzählen. Gern gesehener Besuch waren auch Stephanie Grabs und Susann Müßig von der Fachabteilung Kinder und Jugend der Stadt – hatten sie doch eine Kiste mit Wassereis dabei für alle: „Die Ferienlager-Teilnehmer kriegen immer Eis vom Bürgermeister oder von der Ersten Stadträtin gebracht, da wollten wir denen hier auch was Gutes tun“, verriet Stephie Grabs.

Nach der Ferienfreizeit geht nun der Regelbetrieb auf dem Farmgelände weiter: Geöffnet ist jeden Freitag und Samstag Nachmittag von 15 bis 18 Uhr; zusätzlich gibt es Sondertermine. Kontakt: z 06074 698818.  

chz

Quelle: op-online.de

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