Übereifriger Bahnkontrolleur

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Nicht immer spuckt der Fahrkartenautomat nach Eingabe der Zielkoordinaten auch ein Ticket aus. Das Notieren der Nummer erspart Ärger - theoretisch zumindest.

Ober-Roden ‐ Was dürfen Bahnmitarbeiter bei der Kontrolle vermeintlicher Schwarzfahrer? Der Vater eines 14-Jährigen aus Ober-Roden erhob jetzt den Vorwurf der Nötigung. Von Michael Löw

Nicklas (14) wollte am Sonntag vergangener Woche mit der S 1 um 18.58 Uhr von Nieder-Roden aus nach Hause fahren. Ein Ticket konnte er nicht kaufen, der Fahrkartenautomat war wieder einmal defekt. Der Jugendliche speicherte Nummer und Standort des Automaten in seinem Handy.

„In Rollwald wurde er kontrolliert und genötigt auszusteigen“, schimpfte sein Vater auf zwei Sicherheitsleute der Bahn. Der Ältere, ein etwa 50-Jähriger in Uniform, glaubte Nicklas‘ Hinweis auf die Störung am Automaten nicht und drängte, ihn zurück nach Nieder-Roden zu fahren. Dort zeigte sich, dass Nicklas recht hatte.

Vermutlich „ein ganz schwarzes Schaf“

Ein Bahnsprecher wies die Vorwürfe erst einmal zurück: „Nach unseren Statistiken wurde zu dieser Zeit dort nicht geprüft.“ Nachdem der Jugendliche und seine Eltern die beiden Kontrolleure detailliert beschrieben hatten, räumte der Bahnsprecher ein, das es sich „um ein ganz schwarzes Schaf bei uns“ gehandelt haben könne.

Denn das, was dem 14-Jährigen widerfahren ist, würde kein korrekter Bahnkontrolleur tun. Diese Mitarbeiter würden sogar am Ziel des mutmaßlichen Schwarzfahrers mit aussteigen, um die Personalien aufzunehmen, damit der nicht weiter fahren müsse als er will.

„Niemand muss wegen einer Kontrolle über sein Ziel hinaus im Zug bleiben. Und irgendwohin zurück fahren geht schon gar nicht“, versicherte der Bahnsprecher. So etwas habe er in seiner 20-jährigen Arbeit noch nicht gehört. Die DB Sicherheit werde sich jetzt des Falles annehmen.

Quelle: op-online.de

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