Gewerbeverein lüftet Geheimnis um „Uhiga“-Ersatz

„Röder-Mark“ zum „Röder-Markt“

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Die „Röder-Mark“ soll - wenn"s nach dem Gewerbeverein geht – als optischer und sprachlicher Gag demnächst als Einkaufsgutschein gelten und auch den im nächsten Jahr geplanten „Röder-Markt“ als Zahlungsmittel beherrschen.

Ober-Roden - Rödermark braucht ein schnelleres Internet und mehr Parkplätze in den Ortszentren. Diese zentralen Forderungen richteten Wirtschaftsvertreter beim Neujahrsempfang an die Stadt.

Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein kündigte einen „Röder-Markt“ zwischen den Stadtteilen als Nachfolger der Gewerbeausstellung „Uhiga“ an. Der siebte gemeinsame Empfang von Gewerbeverein und Stadt litt unter der Eisregenwarnung des Wetteramtes – so waren doch zahlreiche Eingeladene zuhause geblieben. Gelohnt hätte es sich: Die Gastgeber, am Rednerpult vertreten von Bürgermeister Roland Kern und Manfred Rädlein, präsentierten ihre Sicht aufs vergangene Jahr und ihre Ziele fürs gerade begonnene. Interessante Perspektiven zeigte auch Markus Weinbrenner, der neue Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach.

„Das neue Jahr lebt vom alten, und das hat uns positive Ereignisse gebracht“, zog Kern seine Bilanz des Rödermärker Wirtschaftslebens. Mehrere Einweihungen alteingesessener Firmen wie etwa Reimelt, Köhl oder Winkelmann, die ihren Standort Rödermark ausbauen wollen, waren ihm ebenso positives Zeichen wie etwa die Konzentrierung der Stabsstelle Wirtschaftsförderung beim Bürgermeister. Der neue Leiter Till Andrießen arbeite schon nach wenigen Monaten erfolgreich.

Die Lebensqualität wahren

Bürgermeister Roland Kern (Mitte) und Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein (rechts) hießen Markus Weinbrenner, den neuen Hauptgeschäftsführer der Industrie- und- Handelskammer Offenbach, als Gastredner des Neujahrsempfangs willkommen.

Spürbar verstärkte Kommunikation zwischen Stadt und Unternehmen, Verkauf des Ober-Röder Bahnhofs, bessere Einkaufsmöglichkeiten und das Caritas-Projekt Betreutes Wohnen in Urberach sind für Kern gute Grundlagen. Ein positiver Ausblick für die Wirtschaft sei auch der Ausbau des Breitbandnetzes. Die Teilnahme am Kommunalen Entschuldungsfonds des Landes dürfte etwas Luft zum Atmen lassen. Doch der Bürgermeister warnte auch vor den Auflagen: „Wir müssen aber aufpassen, dass wir bei allem Sparen die Spur halten im Sinne von Lebensqualität – deshalb ist die Fortsetzung des Leitbildprozesses so wichtig.“

Gewerbevereinsvorsitzender Rädlein beklagte die Rödermärker Wirtschaftskraft: „Da gehören wir im Kreis Offenbach zu den Schlusslichtern!“ Er lobte die Stadt, weil sie auf die Erfahrungen aus dem Leitbildprozess reagiert habe; am Schuldenproblem werde gerade gearbeitet. 95 beziehungsweise 55 Prozent der Bürger fordern in der Befragung die Ansiedlung neuer Unternehmen und den Ausbau des Wirtschaftsstandortes. Für Rädlein sind das „klare Aussagen, die in Angriff genommen werden müssen.“

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Neue Ideen

Wichtig sind ihm die Suche von Versorgungslücken, Ansprechpartner für Klein- und Mittelgewerbe in der Verwaltung, das Betonen der Standortvorteile - und das alles am Runden Tisch aus Wirtschaft und Gesellschaft. Einen guten Schritt nannte er die „Kooptierung“ des Wirtschaftsförderers Andrießen in den Vorstand des Gewerbevereins. Als Beiträge des heimischen Gewerbes betrachtet er die Ausrichtung der umsatzstarken Markttage, ortsbezogene Gutscheine, interaktiven Stadtplan und Stadtführer, vor allem aber die Vorbereitung des „Röder-Markt 2014“. Als „Uhiga“-Nachfolger soll diese neu konzipierte Gewerbeschau in Rödermarks grüner Mitte „dem Zeitgeist gerecht werden“. Und weil"s vom Namen her so schön passt, stellte Rädlein auch die neue „Röder-Mark“ als dort geltende Währung vor. Der Gewerbeverein will die „Röder-Mark“ als Einkaufsgutscheine mit Lokalbezug einführen.

Beim Internet ist Nachholbedarf

Die Infrastruktur und ihren Nutzen für die lokale und regionale Wirtschaft brachte auch IHK- Chef Markus Weinbrenner ins Spiel. Dabei legt er Wert auf die Schwerpunkte Breitband und Verkehr. Schnelles Internet ist in der Stadt insgesamt, gerade aber in den Gewerbegebieten erst sehr schwach ausgebaut. Hier würden immer noch Übertragungsraten von 1 MB statt der erwünschten 25 MB das Arbeitsleben erschweren. Zum Internetausbau empfahl Weinbrenner der Stadt ein vorausschauendes Baustellenmanagement – Leerrohre sind hier allerdings weitgehend eh mit eingeplant. Eine Gefahr sieht er in der Monopolstellung der Anbieter.

Für die A3 als „größtem Parkplatz Deutschlands“ fordert Weinbrenner einen weiteren Ausbau um jeweils eine Spur pro Seite. Die Regionaltangente West der Bahn könnte – wenn es beim Baubeginn 2014 für die offenen Stücke bleibt – etwa 2018 geschlossen sein, auch wenn aus den einst 360 Millionen Euro Baukosten längst über 500 Millionen geworden sind: „Hier müssen die Kommunen an der Strecke ihr Budget aufstocken.“

chz

Quelle: op-online.de

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