Umgehung Offenthal im Urberacher Feld

Terminstress im Grenzgebiet

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An der Gemarkungsgrenze von Rödermark und Dreieich bewegen Bagger, Planierraupen und schwere Lkw täglich hunderte Tonnen Material, damit der Anschluss der Offenthaler Südumgehung an die alte B 486 tatsächlich bis Ende November fertig ist.

Urberach - Rund 3,34 Kilometer ist die Offenthaler Südumgehung lang. Knapp 300 Meter davon verlaufen auf Rödermärker Gebiet - hier wird der Anschluss an die alte B 486 gebaut. Von Michael Löw

Die B 486 ist seit Freitagabend zwischen Urberach und Offenthal gesperrt, damit Hessen Mobil die neue Umgehungs- mit der alten Bundesstraße verbinden kann. Nur zwei Wochen haben die Verkehrsmanager des Landes Zeit dafür. „Das ist ein sehr sportlicher Terminplan. Aber wenn uns nicht der Frost ins Handwerk pfuscht, werden wir ihn einhalten“, hat Projektleiter Achim Dingeldein die Herausforderung angenommen.

Kaum standen die Sperrschilder an der Taubhaus-Kreuzung, wurde an der Gemarkungsgrenze der Asphalt der B 486 weggefräst. Bagger graben das letzte Stück der Trasse - die Südumgehung soll bekanntlich am 13. Dezember eröffnet werden - 80 Zentimeter tief auf. Genau so hoch ist auch der Aufbau der neuen Straße: 34 Zentimeter Kies-Sand-Gemisch bilden die untere Schicht, erläutert Dingeldein. Auf den nächsten 20 Zentimeter wird Beton in dieses Gemisch gepumpt, um zu verhindern, dass Wasser aufsteigt und bei Minusgraden den Fahrbahnbelag zum Platzen bringt. Ganz oben drauf kommen 26 Zentimeter Asphalt.

Eher Kleinkram ist für die Arbeiter der Kanal, der einen Entwässerungsgraben unter der neuen Straße hindurchführt.

Kummer könnte den Männern von Hessen Mobil und des Bauunternehmens Kirchner nur die letzte Lage machen. Denn diesen Asphalt können sie nur bei Temperaturen von mindestens fünf Grad über Null aufbringen. Der Wetterbericht der kommenden Woche stimmt Dingeldein optimistisch: Das kurze Winterintermezzo soll bis dahin vorbei sein. Das Rödermärker Teilstück der Südumgehung Offenthal macht nicht einmal zehn Prozent der Gesamtstrecke aus. Doch die Materialmengen sind riesig. Mehr als 2000 Tonnen Asphalt muss Achim Dingeldein dafür bestellen.

Die neue B 486 entspricht der Bauklasse I. Stabiler sind nur Autobahnen, veranschaulicht Stefan Hodes, der Pressesprecher von Hessen Mobil. Und genau diese immense Tragfähigkeit treibt den Urberachern die Zornesröte ins Gesicht. Denn ihre Ortsdurchfahrt wäre das letzte Nadelöhr zwischen den Autobahnen A 3/A 661 und der vierspurigen B 45. Schwere Laster könnten sich auf diesem Schleichweg Frankfurter und Offenbacher Kreuz sowie einige Maut-Euro ersparen. Das Regierungspräsidium will möglicherweise das Durchfahrverbot für Lkw über vier Tonnen in Urberach kippen, wenn die Offenthaler Umgehungsstraße fertig ist. Der Magistrat will das notfalls auch vor Gericht verhindern: Straße und Anwohner seien schon jetzt an der Grenze ihrer Belastbarkeit.

Quelle: op-online.de

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