„Umwandlung stellt Existenzen in Frage“

Ober-Roden - (lö) Die Umwandlung des Breidert in ein reines Wohngebiet könnte die Existenz zahlreicher Freiberufler und Kleinunternehmer und eventuell der beiden Kindergärten und einiger Spielplätze in Frage stellen. Das jedenfalls befürchtet der Vorsitzende der AL, Eckhard von der Lühe, als Konsequenz des CDU/FDP-Antrags zum Breidert, den die Stadtverordnetenversammlung am 17. März diskutiert.

Die Koalition will nun auch formal festschreiben, was sich in 30 Jahren entwickelt hat und damit Klarheit schaffen.

Der Breidert werde zum „unübersichtlichen Flickenteppich“, entgegnet von der Lühe. Die Koalitionsforderung - entstanden aus dem von Nachbarn heftig kritisierten Bau einer Pizzeria in der Saalfeldener Straße - werfe mehr Fragen auf als die Umwandlung letztendlich beantworte. Denn entgegen der Annahme von CDU und FDP habe ich der Breidert nämlich zu einem allgemeinen Wohngebiet entwickelt, in dem sich zahlreiche Unternehmen angesiedelt hätten: Architektur- und Ingenieurbüros, EDV-Dienstleister, Handelsunternehmen, Firmen, die im Gewerberegister als GmbH eingetragen sind.

„Genießen sie wirklich für alle Zeiten Bestandsschutz?“, fragt von der Lühe. Ein reines Wohngebiet schränke ihre Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten möglicherweise ein: Was passiere mit der viel besuchten Arztpraxis im Breidertring, wenn die Nachfolge geregelt werden muss? Wie ist die Rechtslage bei Besitzerwechsel oder Verkauf von Firmen? Was, so die AL weiter, wenn einem Hausbesitzer die Gründung eines Unternehmens mit dem Hinweis auf ein reines Wohngebiet verwehrt werden müsse, auf dem Nachbargrundstück aber eine bereits heute bestehende Firma betrieben werden dürfe? Mit ihrem Antrag würden CDU und FDP die so oft beschworene Gewerbefreiheit und die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen regelrecht konterkarieren.

Konsequenzen befürchtet die AL auch für Kindertagesstätten oder Spielplätze. Nachbarn könnten womöglich deren Schließung mit Hinweis auf nicht zulässige Lärmbelästigung in einem reinen Wohngebiet betreiben? Von der Lühe verweist in diesem Fall auf einen Bolzplatz neben dem Bahnhof Urberach, der vor Jahren auf Betreiben von Nachbarn wegen der Lärmemissionen geschlossen werden musste.

Quelle: op-online.de

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