Koalition will mehr Sicherheit

Ein „gefühlter Unfallschwerpunkt“

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Im März passierten an der Einmündung des Schnellstraßen-Zubringers auf die B 486 mehrere Unfälle. Einer davon kostete eine 73-Jährige das Leben.

Rödermark - Der schlimme Unfall vom 24.  März, bei dem eine Frau (73) am „Erdkautenweg“ starb, hat die Politik aufgeschreckt. CDU und AL wollen die Verkehrssicherheit an den Schnellstraßen-Anschlüssen verbessern.

Im Bauausschuss stellte die schwarz-grüne Koalition am Mittwochabend einen Antrag zur Diskussion, laut dem der Magistrat Druck bei den Straßenbaubehörden machen soll. Die Zu- und Abfahrten der B 459 und der B 486 auf die B 45 sind nach Ansicht von CDU und AL Unfallschwerpunkte, die entschärft werden müssen. „Hier wird zu schnell gefahren. Linksabbieger finden kaum eine Lücke“, klagte der AL-Fraktionsvorsitzende Stefan Gerl im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Stadt könne an den Bundesstraßen aber nicht aktiv werden. Deshalb müssten Bund und Land Maßnahmen prüfen und umsetzen. Große Lösungen wie Ampeln oder Kreisel wurden im Ausschuss schnell verworfen. Sprecher aller Fraktionen brachten unter anderem eine Rechtsabbiegerspur von der B 486 zur B 45 ins Gespräch. Autofahrer, die vom „Erdkautenweg“ auf die B 486 wollen, hätten dann einen besseren Überblick. Gerl: „Oft sieht man nur das erste Auto in der Schlange.“ Mehr Überblick hätten Abbieger aber auch, wenn die Baubehörde Hessen Mobil die Schilder um ein paar Meter versetzen würde.

Strengeres Tempolimit vorgeschlagen

Ein strengeres Tempolimit auf der B 459 von Ober-Roden nach Eppertshausen (derzeit darf dort mit 70 Stundenkilometern gefahren werden) macht nach Ansicht der Koalition die Anschlüsse auf die B 45 sicherer.

Drei Unfälle innerhalb weniger Tage hätten die Einmündung der B 45 auf die B 486 zum „gefühlten Unfallschwerpunkt“ gemacht, sagte gestern der stellvertretende Leiter der Polizeistation Dietzenbach, Harry Keckeis, auf Anfrage unserer Zeitung. Zu dem tödlichen Unfall vom 24. März, bei dem der Golf einer 73-Jährigen vom Mercedes eines 29-Jährigen gerammt wurde, kamen zwei leichtere Unfälle, bei denen die Polizei einen Verletzten registrierte. 2012 hatte sie in diesem Teil der Urberacher Gemarkung fünf Unfälle mit fünf Leichtverletzten gezählt.

Am Ober-Röder Anschluss zur B 45 hat es laut Polizeistatistik im vorigen Jahr fünf Mal gekracht. Drei Leichtverletzte zeigen, so Keckeis, dass es eher Bagatellunfälle aufgrund „typischer Abbiegefehler“ waren. Dennoch wurde die Polizei aktiv: Auf ihr Betreiben hin stellte Hessen Mobil mehrere Warnschilder „Achtung Unfallgefahr“ in den Ausfahrten auf - offensichtlich mit Erfolg: Der bisher einzige Unfall im Jahr 2013 war ein Wildunfall wie er an jeder anderen Straße hätte passieren können.

Tödlicher Unfall liegt bei Staatanwaltschaft

Keckeis will die Situation an den beiden Einmündungen nicht verharmlosen, warnt aber auch vor einer Dramatisierung. Unfallursache seien oft falsche Bremsmanöver oder überhöhte Geschwindigkeit gewesen. Und der tödliche Zusammenstoß, der nach den ersten Ermittlungen ein Vorfahrtsfehler der Golf-Fahrerin war, stellte sich im Verlauf der Ursachensuche weit komplizierter dar: Mittlerweile liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft.

Hessen Mobil hat die Rödermärker B 45-Einmündungen überhaupt noch nicht auf dem Schirm. Seine Behörde werde nur aktiv, wenn Polizei oder Kreis bestimmte Straßen als „Unfall-Häufungsstellen“ melden, sagte Sprecher Stefan Hodes.

Quelle: op-online.de

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