1,8 Millionen Euro Schaden nach Zusammenstoß

Unfall am Bahnübergang beschäftigt Gericht

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Bei dem Unfall wird die Autofahrerin schwer verletzt.

Urberach/Langen -  Am 23. September 2016 war eine Autofahrerin am Zilliggarten unter einen Zug geraten. Am Dienstag steht die 62-Jährige vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr vor.

Für den Prozess hat Richter Sebastian Uebele einen ganzen Tag angesetzt - ungewöhnlich lang für das Amtsgericht Langen. Dort werden Urteile oft im Stundentakt gefällt. Acht Zeugen und ein Sachverständiger sollen bei der Aufklärung helfen. Die Frau war im Herbst vorigen Jahres von einem Zug der Dreieichbahn erfasst worden, als sie mit ihrem Opel den unbeschrankten Übergang am Zilliggarten überqueren wollte. Die Feuerwehr befreite die schwer, zum Glück aber nicht lebensgefährlich Verletzte aus ihrem Auto. Die 51 Fahrgäste im Zug kamen mit dem Schrecken davon. Der Bahnverkehr zwischen Dieburg und Buchschlag war stundenlang gestört. Der Sachschaden war riesig, weil der Zug den Opel gegen den Schaltkasten der Signalanlage geschleudert hatte. Das Gericht gibt ihn mit 1,8 Millionen Euro an.

Der Übergang wird seit fast 15 Monaten mit Manpower gesichert, weil die Signaltechnik immer noch defekt ist. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes spannten zunächst rot-weißes Flatterband beiderseits der Schienen über die Straße, wenn ein Zug nahte. Vor einiger Zeit montierte die Bahn immerhin kleine Kunststoffschranken, die aber immer noch von Hand bedient werden müssen.

Bilder: Dreieichbahn rammt Auto

Trotz des ernsten Hintergrundes ist der Übergang Zilliggarten eine Posse, über die halb Rödermark zynisch lacht. Denn nicht einmal das Ordnungsamt bekommt von der Bahn zuverlässige Informationen, ab wann die Technik wieder funktioniert. Vielleicht klärt der Prozess in Langen nicht nur die Schuldfrage, sondern auch diesen Sachverhalt. (lö)

Quelle: op-online.de

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