Rödermärker Naturschützer möchten so viele Vogelarten aufspüren wie es geht

Ungewöhnliches Rennen in Rödermark

Keine Angst, sich die Hände dreckig zu machen: Sven Burger (stehend), Diedrich Meyn und Rüdiger Werner vom Naturschutzbund sind in Sachen Vogelschutz sehr aktiv. In der Odenwaldstraße hängten sie neue Nester für Schwalben auf und säuberten die Kotbretter der alten. Demnächst geht das Trio beim „Birdrace“ an den Start.
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Keine Angst, sich die Hände dreckig zu machen: Sven Burger (stehend), Diedrich Meyn und Rüdiger Werner vom Naturschutzbund sind in Sachen Vogelschutz sehr aktiv. In der Odenwaldstraße hängten sie neue Nester für Schwalben auf und säuberten die Kotbretter der alten. Demnächst geht das Trio beim „Birdrace“ an den Start.

Diedrich Meyn, Sven Burger und Rüdiger Werner vom Naturschutzbund (Nabu) gehen am 8. Mai beim „Birdrace“ an den Start. Was aber nicht heißt, dass das Trio in Vogelkostümen durch Rödermark flattert. Das Team ist lediglich an einem Tag unterwegs, um in dieser Zeit so viele Vogelarten wie möglich zu finden. An der Küste können das durchaus weit über 150 sein, im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet bleibt es meist bei zweistelligen Artenzahlen.

Rödermark - 2021 nimmt das Team aus Rödermark zum vierten Mal teil. Diedrich Meyn, Sven Burger und der Nabu-Vorsitzende Rüdiger Werner wollen ihren Rekord von 72 gesichteten Arten verbessern. „Wir haben uns für dieses Jahr 75 Arten zum Ziel genommen“, sagt Hobby-Ornithologe Sven Burger.

Das „Birdrace“ ist aber nicht nur eine weitere Zähl-, sondern auch eine Spendenaktion. Jede Teilnehmergruppe soll Sponsoren suchen, die für jede gefundene Art einen vorher vereinbarten Betrag bezahlt. 50 Cent sind ebenso willkommen wie zehn Euro. Das Geld kommt vollständig der seit zehn Jahren aktiven Meldeplattform „Ornitho“ zugute. Die gibt’s mittlerweile in neun Ländern Mitteleuropas. Sie ermöglicht ehrenamtlichen Naturfreunden, ihre Beobachtungen mit der App „NaturaList“ direkt im Feld oder im Nachgang am heimischen PC zu kartieren und mit anderen zu teilen.

Das Internetportal mit mehr als 55 Millionen Vogelbeobachtungsmeldungen ist die größte „Citizen Science“-Datenquelle („Bürgerwissenschaft“) in Europa. Die gesammelten Spenden fließen wieder in den Unterhalt, die Betreuung sowie die Weiterentwicklung von ornitho.de. Der Nabu Rödermark will mit seinem „Birdrace“ dazu beizutragen und sucht Sponsoren. Egal ab Firma oder Privatperson – wer die Aktion unterstützen möchte, kann sich unter nabu@pswerner.de oder mit einem Anruf an z 0170 3094095 melden.

Welche und wie viele Vögel durch unsere Gärten und Parks flattern, soll das Himmelfahrts-Wochenende vom 13. bis 16. Mai zeigen: Der Nabu ruft dann bereits zur 17. „Stunde der Gartenvögel“ auf. Die Aktion hatte zuletzt starke Zuwächse zu vermelden. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch einmal deutlich verstärkt. „Immer mehr Menschen haben Interesse an der Natur vor der eigenen Haustür“, sagt Rüdiger Werner. Voriges Jahr hatten 13 088 Hessen knapp 252 000 Vögel aus 9 064 Gärten gemeldet. Die Teilnahmebedingungen findet man unter www.nabu.de.

Die große Datenmenge ergibt ein genaues Bild von Zu- und Abnahmen in der Vogelwelt unserer Gärten und Parks. 2020 brach die Population der Blaumeise um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Schuld war eine in Deutschland neue Bakterieninfektion, die im März und April zu einem Massensterben der beliebten Gartenvögel geführt hatte.

Die kommende Zählung soll Aufschluss darüber geben, ob die Blaumeisen die Verluste durch erfolgreiche Bruten ausgleichen konnten.

Außerdem stehen die Chancen gut, bei der Zählung den ersten öffentlich gewählten Vogel des Jahres, das Rotkehlchen, zu sehen.  (lö)

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