Unter grünen Zweigen für den Frieden beten

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Prädikantin Kirsten Cammann von der Urberacher Petrusgemeinde eröffnete die Friedensgebete in der Weidenkirche, die von nun an bis zum Erntedankfest an jedem Freitag und bei jedem Wetter zur Andacht einladen.

Rödermark (chz) ‐ In der üppig grünenden Weidenkirche haben die wöchentlichen Friedensgebete begonnen. Bis zum Erntedankfest werden sie an jedem Freitag gläubige und um den Frieden besorgte Menschen um 18 Uhr einladen, unabhängig vom Wetter, bei Sonne, Regen oder Sturm.

„Selig sind die Friedfertigen“ – mit dieser Seligpreisung aus der Bergpredigt des Matthäus-Evangeliums eröffnete Prädikantin Kirsten Cammann (Petrusgemeinde) die Freiluftsaison; begleitet wurde sie an der Gitarre von Dorothee Santner, Doris Huber und Hanne Grünsteudel. Die Andachten werden jedes Mal von anderen Gruppen der fünf Rödermärker Kirchengemeinden vorbereitet.

Friedensgebete haben eine lange Tradition in beiden Ortsteilen. Nicht nur die jährlichen stadtweiten ökumenischen Gottesdienste im Januar, sondern auch die abendlichen Gebete in den Kirchen während der Ökumenischen Friedensdekade jeweils in der zweiten Woche im November waren lange Jahre regelmäßige Gebetszeiten für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Doch auch außerhalb der Dekade engagierten sich Christen beider Konfessionen immer dann, wenn die weltpolitische Lage oder wenn aktuelle Ereignisse es erforderten, etwa bei den NATO-Nachrüstungsbeschlüssen der frühen 80er Jahren oder beim Golfkrieg 1990 bis 1991. Als in Kuwait gekämpft wurde, beteten Mahnwachen am Urberacher Dalles und Menschenketten auf dem Ober-Röder Marktplatz für Frieden. Auch beim zweiten Libanonkrieg 2006 oder bei den dramatischen Protesten in Tibet 2008 erhoben die Rödermärker ihre Stimmen.

Ein einschneidendes Ereignis und zugleich der Beginn regelmäßiger Friedensgebete in der Petruskirche war die Ermordung von Timo Hinrichs am 1. Mai 1999. Seither beten die Menschen (mit einer Auszeit wegen personeller Engpässe im letzten Winter) immer freitags: während der kühlen Jahreszeit in der Petruskirche, im Sommerhalbjahr in der Weidenkirche.

Die Internetseite der Friedensdekade

In der Nachfolge der Leipziger Friedensgebete stand die Aktion „Denk-Mal für den Frieden“ am Marktbrunnen Roden während des Irak-Krieges: Getragen von ökumenischen Resolution „Wir sagen Nein zu diesem Krieg“ standen viele Wochen lang an jedem Montag Abend Schlangen schweigender Menschen mit Kerzen vor dem in weiße Tücher gehüllten und mit frischen Blumen geschmückten Brunnen und entlang der Frankfurter Straße. Gleichzeitig demonstrierten viele von ihnen mit den Regenbogenfarben der Peace- oder Pace-Fahnen ihren Protest an Häusern und Hoftoren.

Gemäß dem Leitbild „Schwerter zu Pflugscharen“ wird die Friedensdekade im November diesen Jahres unter dem Thema „Es ist Krieg! Entrüstet euch!“ stehen; Schirmherrin ist die frühere Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann.

Quelle: op-online.de

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