Unterhaltung für die ganze Familie

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Eine Stunde und fünf Minuten brauchten die „Traktorfreunde Seligenstadt“ Otto Larisch (im Hintergrund) mit seinem Lanz von 1948 und Josef Oschmann mit seinem Fendt Dieselross aus dem Jahre 1939 von Jügesheim bis aufs BSC-Gelände in Urberach – dafür wurden sie hier rechtschaffen bestaunt.

Urberach - „Horsche, gugge, mache“ – das alles konnten die Gäste beim Sommerfest des BSC Urberach, und von allem ausreichend. Denn aus dem Fest ist im Lauf der letzten Jahre ein kleines Festival geworden, das mit Kultur und Sport für sich wirbt. Von Christine Ziesecke

Nicht erst seit dem diesjährigen „Dachtheater“, bei dem der Verein mit lokalen Künstlern und Theatergruppen zur Deckung seiner Renovierungskosten beitragen möchte, ist der BSC vor allem für regionale Kleinkunst bekannt. Da auch noch die Mundartgruppe der „Rodauschiffer“, die beim BSC ihre Wurzeln hat, in diesem Jahr ihren 10. Geburtstag feiert, lag es nahe, die vielen Beziehungen spielen zu lassen und sich hessisch’ Gebabbel und Gesang aus der ganzen Region einzuladen.

Am Samstag Abend schon rappten die Jungs von „Orwisch Finest“ im strömenden Regen von der Bühne über das BSC-Gelände. Am Sonntag Mittag kamen noch der „Barde XXL“ Rudi Eitel und Jürgen Poth („de Guggugg aus Spachbrücken“) mit seinem Odenwälder Dialekt dazu, und natürlich der Frankfurter Mundartkünstler Rainer Weisbecker, allen Orwischern bestens bekannt.

Parallel zum Bühnengesang, der den Appetit aufs Stöffsche, auf Worscht, Weck un’ Woi ankurbelte, aber auch der heißbegehrten Currywurst mit selbstgekochter Soße reißenden Absatz bescherte, lief das neu ins Programm genommene Bouleturnier auf den Tennisplätzen, das mit rund 30 ausgelosten Mannschaften auch ausgebucht war.

Bilder vom Sommerfest

Sommerfest des BSC Urberach

Ballkunst ganz anderer Art, aber ebenso ausgebucht, gab’s am Samstag schon zu bewundern. Hier zeigte sich spätestens bei der Siegerehrung die drückende Überlegenheit der Orwischer in dieser Sportart: Fußballtennis, mit dem großen Ball zwischen jeweils zwei Mannschaften übers Netz gespielt, brachte sogar den BSC-Vorstand auf Trab. Doch überlegen holten sich die „Orwischer Buwe 4“ vor den „Orwischer Buwe 1“ den großen Pokal – die Jüngeren zeigten es den Älteren. Auf Platz 3 landete diesmal der TV Rembrücken vor den Alten Herren der Viktoria Urberach .

Klangvollen Namen wie den „Hefeclubs“, „Becks United“ oder den „Backfallpullers“ blieb ebenso das Nachsehen wie etwa den „Füßen Gottes“, der Mannschaft der Kolpingfamilie Ober-Roden.

Gemeinsam nahmen die Sieger im strömenden Regen unter einem traumhaften doppelten Regenbogen die Ehren entgegen und feierten mit den Mannschaften auf den hinteren Rängen weiter.

Bei Karaoke und Musik von „Funk Appeal“ hielt es die letzten Gäste bis morgens um halb vier Uhr. Umrahmt wurde das Festwochenende zudem von Künstlern, die auf dem BSC-Gelände einige ihrer Werke ausstellten - humoristischer Art wie etwa Uschi Heusel mit ihrer Ratte Ludwig oder Günter Henrich mit seinen Cartoons oder mehr haptischer Natur wie die farbenfrohen Objekte von Sylvia Baumer und Manfred Blößer.

Renate Golla präsentierte Steinskulpturen, Angelika Kern kunstvolle Spiegel und Ortrud Sturm Holzgebilde, die sofort zum Anfassen reizten. Das Kinderprogramm lockte mit Schnuppertennis, Ponyreiten und vielem mehr. Nostalgischer Art waren die Besucher, die über eine Stunde lang von Jügesheim her gerollt waren: zwei lebhaft bewunderte alte Traktoren der Baujahre 1943 und 1938 – letzteres ein altes „Fendt Dieselross“, von dem Josef Oschmann erzählte, dass es der erste Traktor seines Vaters damals gewesen ist. Wie auch Otto Larisch ist er Mitglied bei den Traktorfreunden Seligenstadt und war vom BSC-Vorsitzenden Martin Hofmann mit seinem Oldtimer eingeladen worden.

Quelle: op-online.de

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