Kleingartenverein Erlenwald

Unterirdische Attacke auf die Ernte

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Die Schwager Bülent (links) und Mehmet Öztürk haben ihre Gärten im „Erlenwald“ schon vom Vater übernommen. Am Samstag war auch bei ihnen das große Aufräumen angesagt.   

Urberach - Herbstzeit ist Gartenzeit - das galt am Samstag auf dem Kleingärtnergelände „Erlenwald“ hinterm Badehaus. Großes Aufräumen allerorten; auf den öffentlichen Wegen und rund ums Grundstück sorgten die Pächter für den letzten Schnitt und für winterfeste Verpackung.

20 Arbeitsstunden - die im Notfall auch abbezahlt werden können - hat jeder Pächter jährlich zu leisten. An diesem Samstag werden auch die Wasseruhren abgelesen und das Wasser abgestellt. Wer jetzt noch welches braucht, muss sich an der Regentonne bedienen. Die Gärten sind zur Freude des Vereins derzeit alle belegt, doch das kann sich bei dem relativ hohen Alter der Pächter durchaus immer ändern. Mancher kann oder will die Arbeit nicht mehr leisten, weshalb sich Anfragen an den Vorstand nach einem freien Grundstück immer mal wieder lohnen. Fragt man die Gärtner nach dem Fazit dieses Erntesommers, so hat fast jeder eine andere Meinung. Die meisten sind recht zufrieden, bei den Einen gab"s Äpfel in Hülle und Fülle, bei den Anderen trugen genau diese Bäume kaum Früchte. Die Tomaten litten wie auch die Gurken weitgehend unter der vielen Feuchtigkeit, doch manche Stauden tragen jetzt noch ansehnliche Früchte. Zucchini und Karotten, Erbsen und Salat wuchsen in ordentlichen Mengen. Soweit die Gärtner noch zum Ernten kamen und nicht nur ausgehöhlte Früchte vorfanden. Beim Einen waren"s die Maulwürfe, beim Anderen die Wühlmäuse, die sich von unten Zutritt erarbeiteten: „Ich habe schon so viele Fallen ausprobiert, doch die gehen um die Falle herum. Ich greife inzwischen zu Gift und Buttersäure“, sagt Vorsitzender Johannes Süß frustriert.

Peter Schmidt freute sich beim Abstechen der Rasenkanten auf die letzte Ernte: „Im Garten wächst noch holländischer Feldsalat.“

Wie viele andere Gartenbesitzer kniete Peter Schmidt am Zaun und stach außen an Parzelle 49 die Rasenkanten ab: „Bei mir wächst hauptsächlich noch Feldsalat, der gute holländische. Der Rest des Grundstücks muss, wenn es abgeerntet ist, natürlich noch winterfest gemacht werden.“ Mit der Ernte war er zufrieden, wenn auch mit Einschränkungen: „Nur das Beerenobst, das war gar nix. Die Feuchtigkeit und die Essigfliegen haben dem zugesetzt.“ Auch im und rund ums Vereinsheim wurde an diesem Samstag aufgeräumt. Fleißige Helfer haben alle Gartenmöbel und jegliche Festausstattung wetterfest verstaut. Zufrieden mit der Ernte, aber auch mit seiner Arbeit ist KGV-Vorsitzender Johannes Süß. Denn er hat seine Parzelle weitgehend auf gut und einfach zu bearbeitende Hochbeete umgestellt. „Ich möchte mich in Zukunft hier im Garten beschäftigen, aber nicht arbeiten wie ein Wilder!“ Und wo der Feldsalat etwa noch „im Parterre“ wächst, behilft er sich jetzt schon einfallsreich: Zwei Böcke, ein Brett - mit dem Spaten hebt er den Salat ab und legt ihn aufs Brett, bearbeitet ihn und kippt die Reste einfach mit dem Brett wieder zurück aufs Beet.

Bilder von einem goldenen Wochenende im Herbst

Bilder von einem goldenen Wochenende im Herbst

So gut wie seine Gartenarbeit bereitet Johannes Süß auch seine Nachfolge vor: Bei der Jahreshauptversammlung am 25. Januar möchte er einen ganz neuen Vorstand präsentieren, der selbst ebenso zufrieden sein soll wie die Mitglieder, bei denen er zur Wahl steht. Nächste Veranstaltung der „Erlenwald“-Kleingärtner ist der Vereinsabend am Samstag, 15. November. Das gemütliche Zusammensein beginnt um 19 Uhr, zum Programm gehört ein Film über den Mikrokosmos der Apfelbäume.

Quelle: op-online.de

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