Kita-Gebühren

Kommentar: Unverhoffte Denkpause?

Rödermark - Eltern und Kinder haben die ersten 30 Minuten der Haushaltsdebatte mitverfolgt. Und dennoch verpassten sie das Wichtigste: Nur wenige bekamen die Diskussion über die Kosten der Kinderbetreuung mit. Von Michael Löw

Demonstrativ freundlich baten Stadtverordnetenvorsteher Jörg Rotter und Bürgermeister Roland Kern protestierende Eltern und Kinder in den Sitzungssaal, wo sie die ersten 30 Minuten der Haushaltsdebatte mitverfolgten. Die Demonstranten gingen, während Kern die Macher des Rödermark-Leitbildes lobte; schließlich mussten die Kleinen ins Bett. Nur wenige Eltern bekamen die Diskussion über die Kosten der Kinderbetreuung mit. Die sind gewaltig, da gibt‘s nichts zu deuteln.

Kurzfristige Entspannung

Das Parlament hat am Dienstagabend einen Haushalt mit einem Defizit von „nur“ noch 7,4 Millionen Euro beschlossen. Diese Zahl steht, inklusive eines Konsolidierungsbeitrags von rund 530.000 Euro des Fachbereichs Kinder und Jugend. Auch der muss weniger Geld aus- oder mehr Geld einnehmen. Eine kurzfristige Entspannung könnten die 292.000 Euro sein, die das Land als Ausgleich für die Mehrbelastungen bei den Mini-Kindergärten nach Rödermark überweist. Das Geld würde die Gebührenerhöhung abmildern.

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Mehr als eine Atem- und Denkpause verschafft es der Stadt aber nicht. Solange nicht aus Berlin oder Wiesbaden dauerhaft Zuschüsse für eine kostenlose Kinderbetreuung kommen, werden Rödermärker Eltern dafür bezahlen müssen. Erklären Bürgermeister und Kämmerer ihnen die Gründe rechtzeitig, haben sie vermutlich auch Verständnis für regelmäßig wiederkehrende Erhöhungen in kleinen Schritten. Vorausgesetzt, die Stadt spart selbst für jeden Euro, den sie von den Bürgern verlangt, zwei Euro bei sich. Auch wenn"s letztendlich ebenfalls Bürgergeld ist - denn die Stadt sind alle Rödermärker.

Quelle: op-online.de

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