Unwetter konnte sie nicht stoppen

Urberach - (chz) Für den Verein „Kinder- und Jugendfarm Rödermark“ war es wirklich der Himmel, der ihnen die Pfadfinder des Urberacher Stammes Gralsritter geschickt hat. In der zweiten großen Sozialaktion haben sie binnen 72 Stunden die Grundlagen für eine Kinder- und Jugendfarm auf die grüne Wiese entlang der Rodau gezaubert.

Auf nahezu unbearbeitetem Gelände entstanden mit einem unbeschreiblichen ehrenamtlichen Engagement und dank guten Führungsgeschicks weit mehr Bausteine für die künftige Kinderbegegnungsstätte als vom Verein in der Ausschreibung erbeten. Allem voran der Zaun mit dem rustikalen Tor und dem leuchtenden Namenszug.

Rechts und links des neuen Weges sind nun gut vorbereitete Gartenstücke, Hecken, Laub- und Obstbäume und auch noch ein Kartoffelacker fertig zur Nutzung - dazu dank der KAB auch gleich noch eine liebevoll lächelnde überlebensgroße Vogelscheuche.

Der alte Bauwagen wurde entkernt, mit Dachpappe neu gedeckt, innen ausgebaut und bekam einen frischen blau-weißen Anstrich.

Ein großer Hügel wurde aufgeschüttet, begrünt mit der Grasnabe, die beim ausgehobenen Weg übrig blieb; dahinter wuchsen schrittweise Sandkasten und Hühnerstall (gut dreieinhalb mal zweieinhalb Meter groß und „mein erstes eigenes Haus“, wie Pfadfinderin Melli mit ihren fünf Jungpfadfindern stolz feststellte) mit Auslauf.

Bis der Stall in Aktion tritt, wird es noch eine Weile dauern - nach dem aktuellen Flächennutzungsplan kann das vordere Drittel des Platzes zunächst nur als „extensives Grünland“ genutzt werden, während die hinteren zwei Drittel für alle Farmanliegen außer Tierhaltung geeignet sind - die Hühner müssen also bis zur Umwidmung des Geländes noch warten, wie „Gartenfrau“ Marie Müller vom Farm-Verein erläuterte.

Die künftigen Biotoiletten mit zwei Kabinen stehen startbereit samt Herzchen und bunten Figuren in der Tür; eine große mit Lavasteinen ausgekleidete Betonschale dient schon als Feuerstelle.

Organisator Christoph Schulmeyer, meist mit Handy..

Der erste vieler junger Bäume auf dem Gelände war eine Robinie; dank Telefon und vielen netten Menschen in den Gartenbaubetrieben grünt es inzwischen an allen Ecken. Bewundernswert war nicht nur der überwältigende Einsatz der Kinder und Jugendlichen (allen voran Projektleiter Christoph Schulmeyer, der immer freundliche und hilfsbereite Mann mit Handy am Ohr und Zollstock in der Hand), sondern auch die Hilfsbereitschaft der Menschen am Rande.

So etwa Meggy Pins, Mutter eines Wölflings und eines Jungpfadfinders im Stamm („Ich lege mein Handy neben mein Bett und bin 24 Stunden für euch erreichbar - und wenn was ist: ruft an!“) wie auch andere Mütter und Väter, die selbst mitten in der Nacht Schaufel und Schubkarren vorbei brachten, oder auch Gottfried Möller, der per Fahrrad je einen schon recht großen Apfel- und Pflaumenbaum anschleppte: „Weil ich sonst schon nicht helfen kann, hab ich schnell bei OBI zwei Bäume eingekauft.“

Hilfe kam aber auch vom Projektpaten Alexander Sturm wie auch von Bürgermeister Roland Kern, der sich von den Verantwortlichen bei seinem Besuch am zweiten Tag gerne „noch mal 200 Euro aus den Rippen leiern“ ließ. Denn ohne Geld- und Sachspenden wären auch die Pfadfinder an vielen Stellen auf verlorenem Posten gewesen.

Zu den Sponsoringpartnern gehörten neben dem Intersport Profimarkt, der Frankfurter Allgemeinen, Maler Gotta und dem Radsport 360 besonders auch jene Rödermärker Firmen, die mit Material und sehr viel Eigenleistung halfen, allen voran die Schreinerei Marc Gorka, Schlosserei Heu, Gartenbau Haus und Draht Weißbecker in Dieburg, RWZ und Rügemer, der Betriebshof der Stadt, der Geräte zur Verfügung stellte und den Aushub auf das Pfadfindergelände abgefahren hat, das THW und natürlich Adam Winter mit seinem Radlader, aber auch der Waldackerer „Immergrün“ Geipel, Norbert Keck und Revierförster Klaus Baxmann haben den Pfadfindern tagelang geholfen.

Um 17.07 Uhr am Sonntag Nachmittag fiel der letzte Hammer; die 72 Stunden waren vorbei und die vom Himmel geschickten Helfer, die zumeist nicht mehr als zwei Stunden pro Nacht geschlafen haben (vor allem nach dem wild tobenden Unwetter am Samstag Abend) waren fertig - fix und fertig, aber zum gemeinsamen Feiern mit allen Beteiligten und dem Verein „Kinder- und Jugendfarm Rödermark“ reichte es trotzdem.

Quelle: op-online.de

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