Verkehrsdezernent fürchtet Staus auf der Traminer Straße

Kritik am künftigen Poststandort

Urberach - Nicht nur Kunden sind mit der Schließung der Postfiliale am Festplatz zum 30. April unzufrieden, sondern auch die Stadt. Der Magistrat wird deshalb den Kontakt zur Post suchen.

Banken stellen um auf Automaten, die Post gibt ihr Geschäft teils an private Dienstleister ab. Immer mehr Kundendienst aus erster Hand geht verloren. Nicht zuletzt deshalb möchte sich die Stadt mit einer schlechten Nachricht der Post nicht abfinden. Das Unternehmen schließt sein letztes klassisches Postamt in Rödermark. Zum 30. April macht die Filiale am Urberacher Festplatz dicht. Ihre Dienste bietet die Post dann ab 3. Mai in der Traminer Straße 12 an – Postbank ausgeschlossen. Das dortige Geschenke-Lädchen wird zur Agentur-Partnerfiliale, wie das im Post-Deutsch heißt. Die konzentriert sich aufs klassische Brief- und Paketgeschäft.

Nicht nur Kunden halten diesen Standort für kritisch. „Er ist suboptimal“, meint auch Erster Stadtrat Jörg Rotter. Der Verkehrsdezernent macht zwei Kritikpunkte geltend: 1. Das Lädchen ist nicht barrierefrei zugänglich; 2. Ausgerechnet auf einer der am stärksten befahrenen Straßen von Rödermark sollen Paketsammelfahrzeuge be- und entladen werden. „Ich persönlich finde das sogar fast eine Katastrophe“, beschreibt Rotter seine Einschätzung. Er kündigt an, dass Mitarbeiter der Ordnungsbehörde „sich den Betrieb ab Anfang Mai sehr genau ansehen werden“. Schließlich sei zumindest in den Hauptverkehrszeiten mit Staus und Behinderungen zu rechnen.

Die Stadt habe die Nachricht von der Filialschließung überrascht. „Es gab vorher keinen Kontakt zu uns, sonst hätten wir vielleicht andere Standorte vorgeschlagen. Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Das stört uns schon.“ Rotter kündigt an, mit der Post bei Bedarf Kontakt aufnehmen zu wollen. Der alte Standort am Festplatz sei optimal und einer Stadt wie Rödermark angemessen gewesen: „Parkplätze in Hülle und Fülle.“

Knall auf Fall: Neue Airbags für noch mehr Sicherheit

Geschäftsmann Andreas Labahn (Andis Autoteile) unterstützt seine Lebensgefährtin im Geschenke-Lädchen, wann immer er kann. Er sieht keine Hindernisse, den Postservice dort anzubieten. Anlieferverkehr gebe es dort heute schon zur Genüge – meist ohne Probleme. Vom Andrang vor der Eisdiele gegenüber ganz zu schweigen. „Das stört auch weiter nicht.“ Parkplätze seien „vorm Laden und auch um die Ecke in ausreichender Zahl vorhanden“. Für Behinderte würden eine Klingel und ein Haltegriff installiert. „Dann helfen wir natürlich gerne.“ Die Post habe diese Hilfsmaßnahmen zur Bedingung gemacht. „Macht ja auch Sinn.“ Labahn weist auf einen Vorteil des neuen Post-Shops hin: „Wir sind durchgehend von 8 bis 18 Uhr da – ohne Mittagspause.“ (bp)

Quelle: op-online.de

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