Rettung mit der Drehleiter

Drei nächtliche Feuer im Zentrum von Urberach –Vermutlich Brandstiftung

Feuerwehren aus Rödermark und vier Nachbarstädten waren in der Nacht zu gestern in Urberach im Einsatz. Zahlreiche Menschen mussten über Leitern oder mit dem Teleskopmast in Sicherheit gebracht werden. Einige konnten nach der Versorgung im Betreuungsbus der Feuerwehr in ihre Wohnungen zurückkehren. Für andere sucht die Stadt noch Unterkünfte.
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Feuerwehren aus Rödermark und vier Nachbarstädten waren in der Nacht zu gestern in Urberach im Einsatz. Zahlreiche Menschen mussten über Leitern oder mit dem Teleskopmast in Sicherheit gebracht werden. Einige konnten nach der Versorgung im Betreuungsbus der Feuerwehr in ihre Wohnungen zurückkehren. Für andere sucht die Stadt noch Unterkünfte.

Drei Brände im Ortskern haben gestern Nacht Menschen in Angst versetzt und die Feuerwehr in Atem gehalten. Etliche Bewohner der Häuser wurden mit Teleskopmast oder Drehleitern in Sicherheit gebracht. Zum Glück gab es keine Verletzten.

Urberach – Die Polizei geht von Brandstiftung aus, denn in dem eng umgrenzten Gebiet zwischen Rathaus und oberer Bahnhofstraße brannte es fast gleichzeitig an drei Stellen.

Mehr als 50 Einsatzkräfte waren seit kurz nach 4 Uhr damit beschäftigt, zwei Kellerbrände in der Konrad-Adenauer- und in der Bahnhofstraße unter Kontrolle zu bringen. Außerdem war am Gänseeck eine Mülltonne in Brand gesteckt worden. Den Schaden schätzt die Polizei auf mindestens 80 000 Euro.

Um 4.10 Uhr war der erste Alarm der Leitstelle Dietzenbach bei der Rödermärker Feuerwehr eingegangen: Brand im Geschäfts- und Wohnhaus Bahnhofstraße 31-33. Unmittelbar danach wurde eine brennende Mülltonne gemeldet, Minuten später das Feuer in der Konrad-Adenauer-Straße 5-7 neben dem Sozialrathaus. An den Einsatzorten stellte sich heraus, dass sich die Brände glücklicherweise auf die Keller beschränkten.

In der Konrad-Adenauer-Straße hatten die Einsatzkräfte die Lage relativ schnell im Griff, nachdem die Bewohner zum Teil mit Teleskopmast und Drehleiter in Sicherheit gebracht worden waren.

Schwieriger war die Lage in der Bahnhofstraße. Auch hier brachte die Feuerwehr zunächst die Menschen in Sicherheit und konnte die Flammen dann rasch löschen. Doch da im Keller des Gebäudes, in dem 43 Personen gemeldet sind, die zentrale elektrische Versorgung untergebracht ist, musste zunächst der Strom abgestellt werden.

Wegen der Schäden werden die Mieter zumindest die kommende Nacht nicht in ihren Wohnungen verbringen können. Die Stadt wird ihre Unterbringung organisieren. „Einige Urberacher haben schon Leute aus der Bahnhofstraße aufgenommen“, lobte Bürgermeister Jörg Rotter die Solidarität.

In der Bahnhofstraße 31-33 leben viele ausländische Rödermärker. Nach den Terrormorden von Hanau machten deshalb schnell Gerüchte von einem rechtsextremistischen Anschlag die Runde. „Darauf haben wir bislang keine Hinweise“, sagte Michael Malkmus von der Pressestelle der Polizei in Offenbach.

Während der Lösch- und Aufräumarbeiten waren die Konrad-Adenauer- und die Bahnhofstraße noch im Berufsverkehr gesperrt.

Im Einsatz waren neben der Rödermärker Wehr noch die Feuerwehren aus Dietzenbach, Langen, Dreieich und Eppertshausen. Rotter dankte für diese Hilfe.

Hotlines:

Für Hinweise auf weitere Notquartiere hat die Stadt eine Telefonnummer freigeschaltet: 0069/80981234 zu melden.

VON MICHAEL LÖW

Quelle: op-online.de

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