„Café Vergiss-Mein-Nicht“ schafft Kontakte

Raus aus dem Schneckenhaus

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Zur Eröffnung des „Café Vergiss-Mein-Nicht“ spielte Britta Sauer Klarinette, Bürgermeister Roland Kern begleitete sie später auf der Geige. Nächster „Vergiss-Mein-Nicht“-Termin ist der 28. Oktober.

Urberach - Täglich erkranken mehr als 800 Deutsche an Demenz, bis 2050 steigt die Zahl auf drei Millionen. Das hessische Sozialministerium will die ehrenamtliche Betreuung von Demenzpatienten aufwerten.

Das „Café Vergiss-Mein-Nicht“ ist Rödermarks Beitrag zu diesem Modell, das eine landeseinheitliche Förderung entwickelt. Arbeiterwohlfahrt (AWO), Stadt und das Pflegestift „An der Rodau“ haben das „Café Vergiss-Mein-Nicht“ eröffnet. Freiwillige Helfer wollen Demenzkranke - nicht nur aus dem Heim - und pflegende Angehörige qualifiziert betreuen. Kaffee, Kuchen und Gespräche sind ein Aspekt des Förderprojektes. Dazu kommen Lesungen, Musik, Theater und noch mehr Kultur. Sozialministerium und Pflegekassen unterstützen das „Café Vergiss-Mein-Nicht“ mit 10.000 Euro. Die Erfahrungen der drei Partner fließen in ein Programm für eine landesweit einheitliche Förderung ein.

Ende des Jahres soll es in jedem Landkreis ein Demenz-Café geben, erläuterte Martina Geßner vom Diakonischen Werk Rodgau/Dreieich. Sie koordiniert die Initiative in Süd- und Mittelhessen. Dort gibt es schon 17 solcher Treffs. Dass zur Rödermark-Premiere zwar viele Offizielle und neugierige Senioren, aber keine Demenzkranken von außerhalb ins Artemed-Heim kamen, wundert die Fachfrau nicht: „So etwas muss sich über Wochen und Monate entwickeln.“

Familien ziehen sich schnell zurück

Nach ihren Erfahrungen ziehen sich Familien schnell aus der Öffentlichkeit zurück, sobald ein Mitglied an Demenz erkrankt. Auch Angehörige tun sich beim Besuch von Einrichtungen wie dem „Café Vergiss-Mein-Nicht“ schwer. Dann würden ja „die Leute“ sehen, dass sie mit der Pflege an ihre Grenzen stoßen. Auch Pflegestiftleiterin Sandra Maeding warnte vor diesem Ein-Igeln.

Elke Heidelbach, die städtische Ehrenamtsbeauftragte, will den Angehörigen diese Sorge nehmen. „In schwierigen Lebenssituationen ist der Austausch mit anderen Betroffenen besonders wichtig“, wirbt sie fürs „Café Vergiss-Mein-Nicht“. Vier Helferinnen, die kranke und gesunde Besucher bewirten, haben sich schon gefunden. Weitere können sich bei ihr melden: elke.heidelbach@roedermark.de oder s 06074/911-671.

Alzheimer - die Krankheit des Vergessens

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Die Arbeiterwohlfahrt ist der dritte Rödermärker Partner im Bunde. Ihr „Leuchtturm“ in Waldacker betreut schon seit zehn Jahren Demenzkranke, erläuterte Vorsitzende Marianne Gräser. Das „Café Vergiss-Mein-Nicht“ ist ihrer Ansicht nach eine gute Ergänzung, da es mit 40 Plätzen mehr Gelegenheit zur Begegnung gibt.

Quelle: op-online.de

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