Arbeit für Gerdi Ziegler und Herbert Sulzmann

Digitalisierung der Schätze des HGV: Immer auf Spurensuche

Gerdi Ziegler und Herbert Sulzmann digitalisieren für die Nachwelt die Schätze des Geschichtsvereins. Foto: ziesecke
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Gerdi Ziegler und Herbert Sulzmann digitalisieren für die Nachwelt die Schätze des Geschichtsvereins.

„Wir wollen erreichen, dass hier im Töpfermuseum jeder Besucher an einem großen Bildschirm alle Schätze des Heimat- und Geschichtsvereins durchforsten kann“, verkünden die beiden HGV-Mitglieder Gerdi Ziegler und Herbert Sulzmann im Töpfermuseum mitten in einer Flut sehr alter Jahrgangsfotos.

Urberach – Die unermüdlichen Sammler und Jäger aus den beiden Ortsteilen des Heimat- und Geschichtsvereins haben sich ein großes neues Projekt vorgenommen: Sie wollen alle beim HGV in Regalen, Schubladen und Aktendeckeln angesammelten und schlummernden Schriftstücke einschließlich der Bilder digitalisieren und der Bevölkerung zugänglich machen. .

Das Ziel, so erklärt es Herbert Sulzmann, ist ein großer Bildschirm im Töpfermuseum und dazu die Möglichkeit für jeden Besucher, selbst daran durch die Bestände zu blättern. Dazu muss aber erst einmal alles, jedes noch so kleine Zettelchen oder Foto, von Hand eingescannt und im Rechner für die digitale Wiedergabe aufbereitet werden.

Was sich schlecht scannen lässt, weil’s zu pixelig oder zu grobkörnig wird, wird erst fotografiert und dann eingescannt – selbst für zwei Ruheständler wie Gerdi Ziegler (die seit Jahren schon Fotobücher über verschiedenste Gruppen erstellt) und Herbert Sulzmann, dem Schöpfer vieler digitaler Stammbäume und Namensbücher etwa, eine Lebensaufgabe.

„Der HGV will damit für die Nachkommen alles, was hier gesammelt wird, festhalten – nicht jeden interessiert es, aber wenn’s nicht festgehalten wird, geht’s eines Tages mit allen Informationen verloren“, mutmaßt Herbert Sulzmann. „Bei den ganz alten Bildern weiß heute schon niemand mehr, wer darauf ist; bei den neueren kann man fragen.“ Für die Feinarbeiten im PC konnten sie Herbert Schneider gewinnen, der das profimäßig gelernt hat und täglich anwendet. Und Werbung für den Heimat- und Geschichtsverein möchten sie damit natürlich auch machen.

Schwerpunkt für die nächste Ausstellung, die voraussichtlich im Juli ins Töpfermuseum einladen wird, sollen Jahrgangsfotos der Menschen in Ober-Roden und Urberach sein – zunächst einmal von den Geburtsjahrgängen 1900 bis 1950. Viele Jahrgangsbilder haben sich schon in den Ordnern der beiden 80- und 77-Jährigen angesammelt. Vor allem Urberach ist recht gut vertreten, dank der Sammelleidenschaft und dem guten Namensgedächtnis des HGV-Urgesteins Rita Dutine.

Herbert Sulzmann erzählt: „Für mich ist das schon schwieriger. Ich fahr bei den alten Frauen in Urberach herum und frage sie nach Namen aus. Das ist wie Ostereiersuchen: Man freut sich riesig, wenn man einen findet!“ Den beiden Detailsammlern kommt aber auch die eigene Historie im Ort zugute: „Mein Vater war Jahrgang 1902 – da kann das gar nicht gewesen sein“, wirft da Gerdi Ziegler ein, oder sie fragt verwundert nach: „Ich hab gedacht, der Becker Heinz wäre Orwischer gewesen?“ – „War er auch!“ – „Und wieso ist er hier auf einem Bild aus Ober-Roden?“

Leicht machen sie sich ihre Arbeit wahrlich nicht, und nun hoffen sie auf Mithilfe aus der Bevölkerung. Wer kann noch Gruppenfotos der Jahrgänge 1900 bis 1950 zur Verfügung stellen oder kennt vielleicht jemanden, der jemanden kennt…und so weiter? „Sie brauchen sich auch gar nicht lange von Ihren Bildern zu trennen. Sie können buchstäblich im Hausflur warten, bis wir die Bilder abfotografiert oder direkt eingescannt haben. Sie brauchen auch keine Alben dafür auseinanderzunehmen“, verspricht Sulzmann. Ihm fehlen aus Urberach besonders die Jahrgänge 1913 bis 1921 sowie 1926 bis 1930. Vor allem die Ober-Röder, die eben keine emsige und gründliche Rita Dutine in ihren Reihen haben und erst seit der 1200-Jahr-Feier wirklich fotografisch gut aufgestellt sind, sollten doch bitte mal in ihre ererbten oder gehorteten Schätze schauen und sich dann melden: Bei Gerdi Ziegler, Geranienstraße 18 / Ober-Roden, z 96291, ziegler_gerda@t-online.de oder bei Herbert Sulzmann, Dresdener Straße 17 / Urberach, 50211, herbert.sulzmann@r-online.de Die Ausstellung der Jahrgangsfotos wird voraussichtlich im Juli diesen Jahres im Töpfermuseum die Urberacher Exponate zeigen. „In Ober-Roden haben wir einfach noch zu wenig dafür“, bedauert Gerdi Ziegler und hofft auf die Hilfe der Mitbürger.

Von Christine Ziesecke

Quelle: op-online.de

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